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„Nachhaltigkeit geht auch modisch und schnell“ | Nu-In

„Nachhaltigkeit geht auch modisch und schnell“ | Nu-In

Fashion forward, always sustainable – die Marke Nu-In beweist, dass Nachhaltigkeit auch für eine schnell drehende Fashionkollektion umsetzbar ist. Mit Stefanie Griesinger und Marcus Butler hat der Industrievordenker Mike Mikkelborg die Marke als sein Meisterstück konzipiert. Und dann kam Covid-19 – und machte Nu-In umso erfolgreicher. Mike Mikkelborg erklärt, warum.

Text: Martina Müllner-Seybold.

Fotos: Nu-In

14 Tage nach dem Start – und der war mitten in der weltweiten Pandemie – hatte Nu-In bereits die Umsatzzahlen übertroffen, die ihr euch für den Launchmonat vorgenommen hattet. Gratulation!

Wir sind einfach nur dankbar, wie sehr die Kunden auf unser Konzept reflektieren – eine trendstarke, leistbare und durch und durch nachhaltige Kollektion. Nicht mal in meinen kühnsten Träumen hätte ich erwartet, dass wir den Umsatz, den wir geplant hatten, als die Pandemie und die darauffolgende Wirtschaftskrise nocht nicht einmal am Radar war, übertreffen würden. Die ersten Wochenenden haben wir durchgearbeitet, um der Nachfrage hinterher zu kommen und dafür zu sorgen, dass unsere Artikel wieder lieferbar sind. Unsere Produzenten waren großartig, aber Dinge wie Färben oder Drucken von Hand bringt einen dann wirklich die Grenzen. Die Fähigkeit, kurzfristig auf Nachfrage reagieren zu können, war nie wichtiger und unsere Investitionen in ein hocheffizientes System machen sich bezahlt. Wir nutzen die Bedarfsanalyse Tiyo.app und unser gesamtes Beschaffungsteam ist in höchstem Maße responsiv, auf den Kunden und den Handel fokussiert. Das alles hilft uns, noch besser von diesem Traumszenario zu profitieren.

Worauf führst du diesen schnellen Erfolg zurück?

Das ist einfach erklärt. Wir haben erkannt, dass für eine vertikale Direct-to-Consumer-Marke,, die trendstark, erschwinglich und nachhaltig agiert, eine riesige Lücke klafft. Dabei geben in der Generation Z neun von zehn Konsumenten an, dass sie immer die nachhaltige Marke vorziehen würden.

Kämpft man in dieser Zielgruppe nicht auch gegen ein massives Discount-Mindset?

Wir halten es wie Zara. Es gibt vier Sale-Phasen im Jahr und das war’s – weil wir nämlich von Anfang an intelligent planen. Wir verwenden Bedarfsprognosen, geben nur in Auftrag, was von dem wir auch wissen, dass wir zum Vollpreis verkaufen können und verwenden Technologien wie Sizolution. Mit dieser Sizing-App vermeiden wir unnötige Retouren, was nicht nur unsere Kunden zufriedener macht, sondern auch hilft, Ware nicht zu entwerten.

Nachhaltigkeit wird ja oft mit Slow Fashion gleichgesetzt, aber Nu-In tickt so schnell wie die Influencer, die die Marke promoten. Ist das nicht ein Widerspruch?

Ich halte diesen Widerspruch für ein Missverständnis. Wer Trends anbietet, die sich schnell verkaufen und vorher gut einschätzt, wie viel er davon braucht, produziert keinen Müll. 2019 wurden eine Milliarde Bekleidungsstücke hergestellt und die horrende Zahl von 200 Millionen davon wurde nie verkauft. Diese Überproduktion ist beschämend, es ist so falsch, Dinge, die keiner braucht, zu produzieren. Würden alle Firmen auf bedarfsgesteuerte Planung setzen, würden wir nur mehr produzieren, was auch abgesetzt werden kann und diesen Müll vermeiden. 

Stefanie Griesinger (unten links) und Marcus Butler (unten rechts) sind nicht nur Gesicht der Marke Nu-In, sie sind gemeinsam mit Mike Mikkelborg (stehend rechts) Inhaber der nachhaltigen Fashionbrand.
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