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Performance Days

Auf Erfolgskurs 

06/08/2026  BY  Stephan Huber


Auf Erfolgskurs 
Lange Zeit wurden die Performance Days in München vor allem mit technischen Stoffen, Sportswear-Innovation und Produktentwicklung verbunden. Eine hochfokussierte Sourcing-Plattform rund um Funktion, Schutz und Performance. Dieses Fundament bleibt bestehen. Gleichzeitig beginnt sich die Messe weiterzuentwickeln. 

Text: Stephan Huber. Fotos: Performance Days 

Heute bewegen sich Marken wie Louis Vuitton, Loro Piana, Diesel oder Drykorn durch die Hallen der Performance Days – nicht nur auf der Suche nach technischer Innovation, sondern nach neuen Stoffen und neuen Zugängen zum Produkt. Denn Performance-Materialien sind längst nicht mehr auf Sport oder Outdoor beschränkt. Sie sind Teil einer zeitgenössischen Fashionsprache geworden. 

„Performance is function. Fashion gives it meaning.“ Der deutlichste Ausdruck dieser Entwicklung war die neu geschaffene Creative Area in Zusammenarbeit mit TheCube Archive und Diesel-Materialforscher Luca Zanatta. Im Zentrum der Installation: Vintage-Performance-Garments, Archiv-Workwear, technische Stoffe und zeitgenössische Silhouetten – zusammengesetzt zu einem visuellen Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Installation wirkte dabei weder nostalgisch noch wie ein klassisches Sustainability-Statement. Vielmehr spiegelte sie eine kulturelle Bewegung wider, die weit über Fashion hinausreicht: die Wiederentdeckung bestehender Ressourcen. In der Architektur wird zunehmend mit vorhandenen Materialien gearbeitet. Möbeldesign entdeckt Reparatur und sichtbare Alterung neu. Vintage hat sich von einer Nischenobsession zu einem ernstzunehmenden Business entwickelt. Auch Fashion beginnt nach Jahren von Überproduktion und Wegwerfmentalität wieder, den Wert von Langlebigkeit, Reparatur und zweiten Produktzyklen zu entdecken. 

„Es geht nicht darum, etwas Neues zu produzieren, nur um ein Fashion-Statement zu setzen“, erklärt Viktoria Strehle, Head of Visitor Management. „Wir arbeiten bewusst mit bestehenden Garments und vorhandenen Materialien.“ Dieser Gedanke zieht sich stärker durch die Performance Days, als man zunächst vermuten würde. Messestände werden saisonübergreifend wiederverwendet. Reparaturservices sind Teil der Messe geworden. Materialforen beschäftigen sich zunehmend mit Langlebigkeit, recycelten Fasern und Naturmaterialien für langfristige Nutzung statt kurzfristigen Konsum. 

Auch der Ton rund um diese Themen hat sich verändert. Weniger moralisch. Weniger ideologisch. Niemand predigt hier Verzicht. Im Mittelpunkt stehen Produktintelligenz, emotionale Haltbarkeit und Materialqualität, Produkte, die Menschen behalten, reparieren oder neu interpretieren wollen. Genau hier werden die Performance Days auch für Fashion jenseits des Sourcings interessant. Denn die Messe funktioniert zunehmend weniger wie eine klassische Textilmesse, sondern wie eine kuratierte Wissensplattform. „Du brauchst keine 50 Kontakte“, sagt Strehle. „Du brauchst die richtigen fünf.“ Vielleicht erklärt genau das, warum die Veranstaltung weiter wächst, während viele traditionelle Messen kämpfen. Die Stärke der Performance Days liegt nicht in Größe, sondern in Vertrauen: sorgfältig ausgewählte Aussteller, fokussiertes Networking, starke Educational-Formate und eine klare Ausrichtung. Das könnte auch die wachsende Fashion-Präsenz rund um die Messe erklären. Die Branche beginnt zu erkennen, dass Materialwissen, New Cycles und Funktionalität längst Teil einer neuen Idee von Luxus geworden sind. 

Teile des Handels scheinen diese Entwicklung allerdings noch immer nur zögerlich aufzugreifen. Trotz endloser Diskussionen über Sustainability, Circularity und Transparenz unterschätzen viele Händler weiterhin, wie wichtig Kompetenz und Produktverständnis in Zukunft werden könnten. „Hier gibt es unglaublich viel Wissen“, sagt Clarissa Stadelmann, Brand Manager bei Performance Days. „Und es kostet nichts. Aber viele nutzen es trotzdem nicht.“ 

Vielleicht fehlt den Performance Days etwas vom klassischen Glamour vieler Fashion-Events. Aber genau das wirkt zunehmend nebensächlich. Denn was hier entsteht, ist ein anderes, neues Verständnis von Produktkultur, eingebettet in eine Community, die auf Vertrauen und persönlichem Austausch basiert. 

www.performancedays.com

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