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Texworld Paris

Multi-Sourcing & Nearshoring 

29/04/2026  BY  Kay Plonka


Multi-Sourcing & Nearshoring 
Vom 31. August bis 2. September 2026 wird die 59ste Ausgabe der Texworld Apparel Sourcing in Paris mit über 1.000 Internationalen Ausstellern stattfinden.

Im Interview mit Julien Schmoll, Director, Marketing & Communication Department Messe Frankfurt France, sprechen wir über die aktuellen Herausforderungen bei der Beschaffung. 

Wie beeinflusst die geopolitische und wirtschaftliche Situation die textile Lieferketten zwischen Asien und Europa, insbesondere in China, Indien und der Türkei? 

Die Branche steht unter Druck durch US-Zölle auf Produktionsländer sowie die Iran-Krise, die Polyester verteuert hat. Europäische Einkäufer setzen daher verstärkt auf diversifizierte Beschaffung, um Risiken zu streuen. Trotz rückläufiger Tendenz bleibt China wichtigster EU-Lieferant. Unternehmen dort sind anpassungsfähig, produzieren zunehmend hochwertige, nachhaltige Ware und verlagern bei Bedarf Kapazitäten ins Ausland. Indien gilt als Alternative, erreicht jedoch oft nicht die Effizienz Chinas. Das jüngste EU-Handelsabkommen und starke Baumwollnachfrage könnten seinen Anteil steigern. Die Türkei ist als naher Partner zentral: kurze Wege und Expertise sind Vorteile. Politische Unsicherheiten, Währungsschwankungen und steigende Lohnkosten bremsen jedoch. Höhere Energie- und Transportpreise könnten ihre Position stärken. 

Transportkosten sind stark gestiegen. Wie beeinflusst das Beschaffungsentscheidungen? 

Höhere Kosten drücken Margen und verändern Strategien. Unternehmen diversifizieren ihre Lieferanten und setzen stärker auf Nearshoring, also Beschaffung aus näheren Regionen. Zudem werden kleinere, häufigere Bestellungen bevorzugt. Insgesamt geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Geschwindigkeit zu finden. Logistik ist zu einem entscheidenden Faktor geworden. 

Welche strukturellen Veränderungen erwarten Sie künftig in den Lieferketten? 

Der Trend zur Diversifizierung wird sich fortsetzen. Multi-Sourcing reduziert Risiken durch Zölle, politische Veränderungen oder logistische Störungen. Länder näher an Europa – etwa die Türkei oder auch afrikanische Staaten – könnten profitieren. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach hochwertigen, nachhaltigen und nachvollziehbaren Produkten, getrieben durch EU-Vorgaben. Große Produktionsländer wie China passen sich bereits an. Zudem werden Technologien wie KI die Produktion und Bestellung effizienter gestalten und Prozesse weiter optimieren. 

www.texworld-paris.fr.messefrankfurt.com

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