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Oeko-tex

Fokus auf Chemikalientransparenz 

28/05/2026  BY  Kay Plonka


Fokus auf Chemikalientransparenz 
Zehn Jahre nach der Einführung von OEKO-TEX ECO PASSPORT zieht die Organisation Bilanz – und setzt zugleich ein klares Signal für die Zukunft des Chemikalienmanagements in der Textil- und Lederindustrie.

Mit inzwischen mehr als 65.000 zertifizierten Produkten, über 2.100 Zertifikaten und Kunden in mehr als 50 Ländern hat sich der Standard als zentrale Orientierungshilfe für sichere Chemikalien etabliert. 

Anlässlich des Jubiläums veröffentlichte OEKO-TEX erstmals eine umfassende Analyse aktueller Labordaten. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo die größten Herausforderungen innerhalb der Branche weiterhin liegen. Besonders bei bestimmten Farbstoffgruppen wie Dispersions-, Küpen- und Schwefelfarbstoffen werden Grenzwertüberschreitungen registriert. Auffällig sind dabei unter anderem Substanzen wie Quinolin, Anilin oder Dimethylfumarat (DMFU). Für OEKO-TEX unterstreichen diese Resultate die Relevanz unabhängiger Laborprüfungen entlang der textilen Lieferkette. 

Auch fluorierte Chemikalien bleiben ein zentrales Thema. Zwar bewegen sich die Auffälligkeiten bei PFAS im Rahmen der ECO PASSPORT Prüfungen weiterhin auf niedrigem Niveau, gleichzeitig registrieren die Labore jedoch eine steigende Präsenz von Gesamtfluor. Um künftig genauer zwischen PFAS- und Nicht-PFAS-Quellen unterscheiden zu können, hat OEKO-TEX eine neue Differenzierungsmethode entwickelt. Damit reagiert die Organisation auf die zunehmenden regulatorischen Anforderungen rund um fluorierte Verbindungen. 

Für OEKO-TEX geht es dabei längst nicht mehr ausschließlich um Compliance. „Chemikalientransparenz ist längst keine freiwillige Zielsetzung mehr. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer gesetzlichen Verpflichtung“, erklärt CEO Dr. Alfred J. Beerli. ECO PASSPORT unterstütze Unternehmen dabei, Qualitätsmanagementsysteme zu etablieren, Mitarbeitende zu schulen und Entsorgungsprozesse verantwortungsvoll zu gestalten. 

Der Ansatz von „Greener Chemistry“ umfasse dabei deutlich mehr als den Austausch einzelner problematischer Substanzen. Entscheidend sei die Betrachtung des gesamten Produktionsprozesses – von der Rohstoffqualität über Energieeffizienz und Abwassermanagement bis hin zur biologischen Abbaubarkeit am Ende des Produktlebenszyklus. 

Besonders stark verbreitet ist ECO PASSPORT inzwischen in den globalen Produktionsmärkten China und Indien, auf die gemeinsam rund zwei Drittel aller Zertifikate entfallen. Für OEKO-TEX ein klares Zeichen dafür, dass nachhaltiges Chemikalienmanagement dort an Bedeutung gewinnt, wo Produktionsvolumen und Chemikalieneinsatz besonders hoch sind. 

Mit neuen Kriterien zur biologischen Abbaubarkeit sowie einer stärkeren Integration in Plattformen wie ZDHC Gateway und The BHive entwickelt OEKO-TEX den Standard kontinuierlich weiter. Nach zehn Jahren positioniert sich ECO PASSPORT damit zunehmend als strategisches Instrument für eine transparentere und verantwortungsvollere Lieferkette. 

www.oeko-tex.com

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