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Pitti Uomo | Should I stay or should I go? – der style in progress Pitti Uomo Rückblick

Pitti Uomo | Should I stay or should I go? – der style in progress Pitti Uomo Rückblick

Pitti Uomo style in progress

Ein Messebesuch in Zeiten von Omikron, das fanden nicht nur Marken wie Brunello Cucinelli oder Baldessarini ein zu großes Wagnis. Auch Deutschlands Händler und Agenten zogen vielfach die Notbremse und cancelten ihren Pitti-Uomo-Besuch in allerletzter Sekunde. Keine Frage, die Quarantäne-Bedingungen in Deutschland (und vielen anderen europäischen Ländern, by the way) lassen auch nichts anderes zu. Wer in den nächsten sechs bis acht Wochen seinen Halbjahresumsatz 2022 zu verantworten hat, ist besser vorsichtig. Ein ähnliches Bild bei allen italienischen Firmen, die vielfach die gesamte Führungsriege zu Hause gelassen haben – um sie zu schützen, oder weil sie ohnehin bereits in Quarantäne waren. Die einzig gelassenen auf der Messe, so schien es, waren die Österreicher: Dort wurden die Quarantäne-Regeln schon auf die Macht der bevorstehenden Welle angepasst.

Dass die Pitti Uomo trotz aller Hürden veranstaltet hat, ist ein Akt, der Anerkennung verdient. Für die kommenden Wochen und Monate brauchen wir, allen Schrecken der Krankheit zum Trotz, einen vernünftigen Weg zurück in eine neue Normalität. Die ermöglicht, dass das Business weiterlaufen darf wie gewohnt. Und so war Pitti Uomo vor allem das: Business as Usual. Eine Messe, zusammengedampft auf die Essenz dessen, was unsere Branche ausmacht: Kreative Stände, gute Kollektion, konzentrierte Gespräche – und eben kein lustiges Rahmenprogramm. Darüber mag man meckern und klar, selbstverständlich ist der Messebesuch in egal welcher Stadt schöner mit einem guten Abendessen in inspirierender Runde, mit Lachen und Emotionen. Aber besser save than sorry.

Ein Motto, das zum Glück nur für die Messe selbst galt und nicht für das, was gezeigt wurde. Ein tiefer Griff in die Farbtöpfe war das wohl augenscheinlichste. Tragbar wird diese strahlende Buntheit durch ein spürbares Denim-Comeback sowie einem Dandylook, der auf nächster Stufe zündet. Eben nicht mehr die Pitti-Peacoks, die unter den pandemischen Bedingungen noch ein bisschen lächerlicher als sonst wirkten. Denn Männer werden die große Lust am Dressing-Up im Herbst-/Winter 2022 anders ausleben als in den vergangenen Jahren. Entspannte Silhouetten, echte Wohlfühlstoffe, eine spielerisch-stilvoll verlotterte Optik. Die am Ende das viel größere Selbstverständnis hat als Old-School-AusdemEigepellt: Weil man es sich leisten kann, ein bisschen nachlässig auszusehen. Parallel zu diesem modernen Dandychic bleibt der Techno-Trend stark. Nicht mehr so offensichtlich, sondern viel stärker nach innen gewandt. Statt Joggpants jetzt feine Slacks, die funktional überzeugen, statt auf Teufel komm raus verschweißten Nähten jetzt minimalistische Jacken, die heizen, Temperatur messen oder sich auf Miniformat zusammenfalten lassen. Vor sich her tragen ist out, Logos sind wieder dezenter, Schuhe und Accessoires nicht mehr nur auf Boldness und Auffälligkeit getrimmt.

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