Sinus
Nicht alle sehen KI gleich – Sinus Studie zeigt fünf gesellschaftliche Reaktionen
Eine aktuelle Studie des renommierten Sinus-Instituts zeigt: KI ist längst im Alltag angekommen. 83 % der Deutschen nutzen KI-Anwendungen. Gleichzeitig sehen 74 % erhebliche Risiken beim Datenschutz und der Sicherheit.
Die Forschung macht deutlich, dass Menschen KI je nach ihren Werten, Lebenszielen und Erfahrungen unterschiedlich bewerten. Alter erklärt zwar den Einstieg in die KI-Nutzung, entscheidend für den Umgang mit der Technologie sind jedoch die sozialen Milieus.
Die Studie unterscheidet fünf Reaktionsmuster:
1. Innovationsführer: Die „Early Adopter“ -Expeditive, Performer und Neo-Ökologen -nutzen KI selbstverständlich und sehen sie als Werkzeug für Produktivität, Kreativität und Selbstbestimmung.
2. Reflektierte Wissensführer: Das Postmaterielle Milieu steht exemplarisch für den neuen Typ des KI Nutzers mit hoher KI-Kompetenz, bewertet Chancen und Risiken aber besonders kritisch und fordert klare Regulierung.
3. Verantwortungsorientierte Skeptiker: Das Konservativ-Gehobene Milieu befürwortet KI nur unter klaren Regeln, um Sicherheit, Kontrolle und Vertrauen zu gewährleisten. Die Postmateriellen wollen gesellschaftliche Risiken begrenzen und demokratische Werte schützen.
4. Pragmatische gesellschaftliche Mitte: Adaptiv-Pragmatische nutzen KI vor allem dann, wenn sie im Alltag einen konkreten Nutzen bietet. Diese Gruppe dürfte die weitere Verbreitung maßgeblich prägen.
5. Strukturell Benachteiligte: Vor allem Prekäre sowie Teile des Traditionellen und Nostalgisch-Bürgerlichen Milieus stehen KI distanziert gegenüber und fürchten Arbeitsplatzverlust sowie wachsende gesellschaftliche Ungleichheit.
Die Studie zeigt außerdem, dass die Sorge vor Jobverlust inzwischen auch junge, gut ausgebildete Menschen erreicht. „Gute Bildung war bisher der sicherste Schutz vor Arbeitsplatzverlust. Bei KI gilt das nicht mehr“ sagt Manfred Tautscher, Geschäftsführer des Sinus-Instituts. Damit möglichst viele Menschen die Chancen der Technologe nutzen können, sind neben dem Zugang zu KI, vor allem Kompetenzvermittlung, verständliche Bildungsangebote und praktische Erfahrungen notwendig.

