Prohibited
Stay Real, Scale Smart
Innerhalb weniger Jahre hat sich Prohibited vom Newcomer-Label zu einer der spannendsten deutschen Street- und Contemporary-Fashion-Brands entwickelt. Im Gespräch erzählt Co-Gründer Philip Krause, warum Offenheit in der Branche ein Erfolgsfaktor ist, welche Rolle Produktentwicklung und Qualitätssicherung spielen und warum Wachstum für Prohibited nie auf Kosten der Persönlichkeit gehen soll.
Prohibited ist stark über Community gewachsen. Was bedeutet dieser Begriff für euch – und warum ist er für die Marke so wichtig?
Community bedeutet für uns vor allem, mit den Menschen in unserem Umfeld eine gute Zeit zu verbringen und echte Beziehungen aufzubauen. Wir versuchen nicht, eine Community strategisch zu kreieren, sondern machen einfach die Dinge, die uns selbst Spaß machen. Wenn wir beispielsweise zu Events einladen, dann gibt es keinen klassischen Markenabend mit einer strengen Inszenierung, sondern eher Bierpong, Musik und Dinge, die auch privat zu uns passen würden.
Dieser Ansatz zieht sich auch intern durch. Wir wollen eine Kultur schaffen, in der Menschen sie selbst sein können und nicht das Gefühl haben, sich verstellen zu müssen. Genau diese Haltung übertragen wir nach außen – sei es bei unseren Running Clubs, Sportevents oder gemeinsamen Aktivitäten mit Partnern, Kunden und Freunden der Marke. Am Ende geht es immer darum, Menschen zusammenzubringen.
Die Modebranche gilt oft als sehr wettbewerbsorientiert. Ihr betont dagegen immer wieder das Miteinander. Wie erlebt ihr die Branche seit eurem Start?
Eine der größten Überraschungen war tatsächlich, wie offen die Branche ist. Als wir angefangen haben, hatten wir selbst noch wenig Erfahrung und mussten sehr viel lernen. Wir haben aber unglaublich viele Menschen getroffen, die uns unterstützt, Dinge erklärt und uns weitergeholfen haben – obwohl sie es nicht hätten tun müssen.
Gleichzeitig ist die Modebranche trotz ihrer Größe erstaunlich klein. Man begegnet immer wieder denselben Menschen, auf Messen, Events oder in Showrooms. Deshalb glauben wir auch, dass langfristige Beziehungen ein entscheidender Faktor sind. Wir versuchen, die Unterstützung, die wir erfahren haben, zurückzugeben – etwa durch gemeinsame Projekte oder indem wir Partner aktiv einbinden.
Prohibited ist in kurzer Zeit stark gewachsen. Wie schafft ihr es, diesen Wachstumskurs mit eurem Qualitätsanspruch zu verbinden?
Der Anspruch ist ganz klar: Wir wollen jedes Jahr ein Stück besser werden. Wir vergleichen uns nicht damit, was große Unternehmen machen, die seit Jahrzehnten am Markt sind. Aber wir wollen kontinuierlich Fortschritte machen – beim Produkt, bei den Abläufen und bei unseren Strukturen.
Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass wir alle Bereiche bewusst selbst kontrollieren. Unsere Produktteams sind regelmäßig vor Ort bei den Lieferanten und prüfen die Qualität direkt. Gerade wenn eine Marke wächst, wird es immer wichtiger, nah am Produkt zu bleiben. Kleine Details machen am Ende den Unterschied: hochwertigere Innenfutter, individuell entwickelte Komponenten oder besondere Verarbeitungsschritte. Es sind oft keine riesigen Veränderungen, aber viele kleine Verbesserungen, die das Produkt langfristig stärker machen.
Eure Kollektion hat sich, ausgehend von Basics, stark weiterentwickelt…
Ja, gerade unsere Jacken haben im vergangenen Jahr extrem positiv performt. Aber auch Knitwear und Pants sind mittlerweile wichtige Umsatztreiber. Unsere Stärke liegt darin, modische Produkte zu entwickeln, die nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch im Handel funktionieren.
Ein gutes Beispiel sind unsere Pleated Pants, die über Social Media viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Entscheidend ist aber, dass sie auch über den Hype hinaus funktionieren: mit einem starken Design, guter Qualität und einem fairen Preis. Genau diese Kombination ist gerade in der aktuellen Marktsituation ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Prohibited ist längst kein kleines Start-up mehr. Wie verändert sich die Organisation, ohne die ursprüngliche DNA zu verlieren?
Das ist wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen. Wachstum bringt automatisch neue Strukturen mit sich, aber wir wollen nicht verlieren, was uns stark gemacht hat. Dazu gehört, dass Menschen Verantwortung übernehmen können und weiterhin viel Eigeninitiative möglich ist.
Gleichzeitig investieren wir stark in Expertise. Gerade im Produktbereich braucht es inzwischen sehr viel Know-how – von Materialtests bis zur Qualitätskontrolle. Wir haben mittlerweile Spezialisten im Team, die sich mit Bekleidungstechnik und Verarbeitung auskennen und Prozesse prüfen, die für uns als Quereinsteiger am Anfang noch komplett neu waren.
Am Ende bleibt die wichtigste Frage immer dieselbe: Wird das Produkt besser? Wenn die Antwort darauf ja lautet, sind wir auf dem richtigen Weg.

