Katharina Hovman
„Ich wünsche mir ein Ah und Oh!“
Wie schafft es Mode, zu berühren? Katharina Hovman gehört zu den Nischenlabels, die mit eigener Identität eine ganz eigene Welt kreieren und mit denen der Handel überraschen kann.
Text: Nicoletta Schaper. Fotos: Katharina Hovman, Philine von Sell
Wie Mode bewegen kann? Dafür ist die Kollektion von Katharina Hovman ein gutes Beispiel. „Mode ist nicht oberflächlich, sie hat Substanz und sagt viel über die Persönlichkeit der Trägerin aus“, sagt Katharina Hovman. „Damit sie berührt, braucht es Atmosphäre. Deshalb motiviere ich unsere Einkäufer, im Geschäft eine eigene Welt zu schaffen und positive Stimmung zu vermitteln.“
Den Anfang macht die Kollektion. Der Stil ist klar und aufgeräumt, die Spannung kommt über frische, charakterstarke Töne, für die das Label steht. Geerdet werden sie mit edlen, gedeckten Nuancen, in der neuen Saison etwa Mauve, Rosenholz und Senf. „Sie sind ungewohnt und entwickeln in Taft eine ganz besondere, edle Wirkung“, so Katharina Hovman. Taft ist ihr Signature-Material. „Mich fasziniert das Leichte, Duftige und Schwebende. Mit O-Shapes und feinen Spielereien aus Falten und Rüschen bringe ich Volumen hinein, das aber stets durch schmale Schultern oder der schmalen Hose zur Tunika aufgefangen wird. Immer mit einem modernen Touch. All das möchte ich in den Showrooms von Düsseldorf über Paris bis New York sichtbar machen. Ich wünsche mir ein Ah und Oh – das Gefühl: Es ist wieder überraschend!“
Was Katharina Hovman darüber hinaus erhofft? Eine Aufbruchsstimmung, wie sie sie bereits in der vergangenen Saison in Paris bei den internationalen Kunden erlebt hat. „Die Welt ist herausfordernd, aber dort habe ich gespürt, dass Mode einen anderen Stellenwert hat, Kulturgut ist. Das hoffe ich auch hier: dass man es genießt, sich mit schönen Dingen zu umgeben. Mit Weltfremdheit hat das nichts zu tun: Manchmal reicht es schon, den Schalter umzulegen und sich der Freude zu öffnen.“

