Jette Cathrin Hopp x Celine Aagaard
Spaces We Inhabit
Die kreative Welt befindet sich in einer Zeit der stillen Neuausrichtung. Im Zentrum dieses Wandels stehen zwei Frauen, deren Arbeit sowohl prägt, wie wir uns durch die Welt bewegen, als auch wie wir uns in ihr bewegen. Jette Cathrin Hopp, Director of Acquisition and Business Development bei Snøhetta, und Celine Aagaard, die kreative Kraft hinter dem Osloer Womenswearlabel Envelope1976, verbindet eine gemeinsame Philosophie, die ihre Disziplinen übersteigt. Sie sprechen über Klarheit, Ehrlichkeit und Zurückhaltung und über die überraschende Kreativität, die entsteht, wenn man mit Intention statt aus dem Impuls heraus gestaltet.
Interview: Lisa Hollogschwandtner & Stephan Huber. Artwork: Alexander Wells, @alexanderwells
Es gibt eine Entwicklung, die wir derzeit in der Modebranche – und ohne Zweifel auch in der Architektur – beobachten, eine Bewegung, die wir in der letzten Ausgabe mit dem Wunsch nach „Substance over Status“ beschrieben haben. Sie markiert einen deutlichen Wertewandel: Das „Was“ und „Wie“ eines Produkts, seine Substanz, wird wichtiger als das plakative Logo. Jette, Celine, ihr beide arbeitet in Disziplinen, die unsere unmittelbare Realität formen – die Räume, in denen wir leben, und die Kleidungsstücke, die unsere Haut berühren. Beobachtet ihr diesen Wandel in euren Branchen ebenfalls?
Jette Cathrin Hopp: Absolut – und ich glaube, dass es ein grundlegender Wandel ist, kein vorübergehender Trend. Um unsere Perspektive zu verstehen, muss ich vielleicht einen Schritt zurückgehen und unsere Haltung bei Snøhetta erklären: Für uns ist Architektur in erster Linie ein soziales Werkzeug. Es gibt bei uns keine Architektur um der Architektur willen. Es geht immer um Menschen. Damit wird Architektur zu einem Instrument, um Gesellschaften zu verbessern, Lebensqualität zu steigern. Sie schafft die Bedingungen für Leben, statt als isoliertes Wertobjekt zu existieren.
Wenn wir über Echtheit sprechen, sehen wir das besonders im Hospitality-Sektor. Das echte Erlebnis, die unmittelbare Begegnung rückt wieder in den Mittelpunkt. Wir gestalten physische Räume, um genau diese Qualität des Zusammenkommens zu ermöglichen. Es ist fast eine Gegenbewegung zu einer zunehmend digitalen, vielleicht oberflächlichen Welt. Menschen sehnen sich nach Orten, die sie wieder mit sich selbst und anderen verbinden – und das erfordert eine materielle und gestalterische Ehrlichkeit, die man nicht fälschen kann. Atmosphäre lässt sich nicht simulieren; man muss sie mit Substanz bauen.
Celine Aagaard: Ich stimme Jette vollkommen zu. Für mich ist diese Ehrlichkeit der einzige Weg, als Creative Director und Gründerin zu funktionieren. Ich bin eine miserable Lügnerin und könnte niemals Kleidung designen oder verkaufen, hinter der ich nicht zu hundert Prozent stehe oder die ich nicht selbst tragen würde.
Als ich Envelope1976 im Jahr 2018 gründete, sah der Markt völlig anders aus. Er war überschwemmt von floralen Kleidern, schnellen Mikrotrends, einem Zuviel von allem. Selbst Marken, die begannen, über Nachhaltigkeit zu sprechen, produzierten oft Dinge, derer man nach einer Saison überdrüssig war.
Mein Ansatz war eine direkte Reaktion darauf. Ich komme aus dem Journalismus; ich habe jahrzehntelang über Mode berichtet, die Zyklen gesehen, die Verschwendung, den „Lärm“. Mein Ziel war es, bewusst einen Gegenentwurf zu schaffen: minimalistisch, klar, aber mit Raffinesse – Kleidung, die auf verschiedene Arten getragen werden kann. Ich bin in den 1970er-Jahren geboren und meine Eltern hatten einen eher unkonventionellen, fast bohemienhaften Lebensstil. Wir teilten Kleidung, trugen sie, bis sie nahezu zerfiel. Das hat meine Wertschätzung für Dinge und meinen Wunsch, den Lebenszyklus möglichst lange zu halten, stark geprägt. Um auf die Frage zurückzukommen: Ich bin überzeugt, dass Status
irrelevant ist, wenn das Produkt selbst nicht über Seele und Funktion verfügt.
Der Gedanke der Funktionalität schlägt eine spannende Brücke zwischen euren Welten. Jette, in der Architektur gilt „Form follows Function“ als klassisches Dogma. Celine, du hast einmal gesagt, dass du jede Kollektion mit dem Anspruch beginnst, Form und Funktion zusammenzuführen. Aber wie erreicht man Langlebigkeit in einer Welt, die auf ständige Neuheit programmiert ist?
Celine Aagaard: Indem man sich weigert, nach den alten Regeln zu spielen, auch wenn das manchmal schmerzhaft ist oder Reibung erzeugt. Bei Envelope1976 denken wir nicht in klassischen Saisons. Das war zu Beginn ein harter Kampf. Einkäufer fragten mich: „Celine, was kommt zur neuen Saison? Wo sind die neuen Farben für den Frühling? Warum sieht das ähnlich aus wie letzten Herbst?“ Solche Momente verunsichern. Man fragt sich: Mache ich etwas falsch? Verliere ich den Anschluss?
Aber wir sind unserem Kern treu geblieben. Wir arbeiten seit 2018 mit denselben Produzenten und oft exakt denselben Stoffen. Wenn du vor fünf Jahren eine Hose bei uns gekauft hast, kannst du dir 2025 den passenden Blazer kaufen. Ich vergleiche es gerne mit Lego: Man baut eine Garderobe Stück für Stück, wie ein Baukastensystem. Die Teile ersetzen sich nicht, sie erweitern sich gegenseitig. Eine neue Kollektion sollte die bestehende nicht obsolet machen, sondern bereichern. Das verlangt neues Denken – weg vom schnellen Konsum, hin zum langfristigen. Es basiert auf dem Vertrauen, dass gutes Design nicht abläuft, nur weil das Kalenderblatt sich geändert hat.
Jette Cathrin Hopp: Das ist faszinierend, weil es exakt meinem eigenen Verhalten als Konsumentin entspricht. Ich kaufe heute nichts mehr ohne Plan. Früher war ich impulsiver, heute ist jeder Kauf eine bewusste Entscheidung. Ich habe Mäntel im Schrank, die ich seit 15 Jahren trage – etwa ein wunderschönes Stück von Isabel Marant. Ich bekomme heute noch Komplimente dafür. Warum? Weil die Qualität stimmt und das Design eine Relevanz besitzt, die den Trend des Moments überdauert. Ich frage mich heute häufig beim Kauf: Kann ich das einmal meiner Tochter weitergeben?
In der Architektur ist diese Langlebigkeit natürlich existenziell. Bauen ist ein langsamer Prozess. Ein Entwurf, den wir heute entwickeln, ist vielleicht erst in zehn Jahren fertig – und dann muss er 50, 100 oder 200 Jahre bestehen. Intern sprechen wir selten von zeitlos, weil das schnell generisch klingt. Wir bevorzugen den Begriff Evergreen. Ein Gebäude muss relevant bleiben, auch wenn sich die Gesellschaft um es herum verändert.
Wie erreicht man diesen Evergreen-Status im Gestaltungsprozess?
Jette Cathrin Hopp: Indem man nicht sofort zu zeichnen beginnt. Das klingt paradox für ein Designstudio, ist aber essenziell. Bei Snøhetta haben wir über viele Jahre eine Methodik entwickelt, die wir „Idea Work“ nennen. Bevor wir eine einzige Linie zeichnen, setzen wir uns zusammen – das Team, die Auftraggeber, manchmal Kritiker oder Experten aus völlig anderen Bereichen. Wir diskutieren den Inhalt, nicht die Form. Wir versuchen, zum Wesenskern der Aufgabe vorzudringen, zu dem, was wir „Conceptual Springboard“ nennen.
Wenn man zu früh den Stift hebt, läuft man Gefahr, sich zu wiederholen oder Bilder abzurufen, die man ohnehin im Kopf hat. Nehmen wir das Opernhaus in Oslo: Hätten wir sofort angefangen, „eine Oper“ zu zeichnen, wäre es vielleicht ein schönes Gebäude geworden. Aber wir haben die Typologie hinterfragt: Was definiert ein Kulturmonument heute? Für uns muss es ein soziales Monument sein, es muss den Menschen gehören. So entstand die Idee, das Dach begehbar zu machen, der öffentliche Raum sollte über das Gebäude weiterlaufen. Die Form folgte dem Inhalt. Ich bin überzeugt: Man muss vorgefertigte Lösungen infrage stellen, um etwas zu schaffen, das Bestand hat.
Celine, du hast vorhin Ressourcen erwähnt. Es gibt diese wunderbare Anekdote über euren ersten Store in Oslo, der sich zufällig direkt neben einem von Snøhetta gestalteten Flagshipstore befindet.
Celine Aagaard: Oh ja, diese Eröffnung war ein entscheidender Moment für uns. Wir wollten unbedingt in Bjørvika eröffnen, direkt neben einem Flagshipstore, den Jette und ihr Team gestaltet hatten – wunderschön, perfekt, High-End-Architektur. Und dann waren da wir, ohne Budget für einen aufwändigen Ausbau. Wir standen also in dem leeren Raum mit rohem Betonboden und rohen Wänden und fragten uns: Was ist der richtige Schritt für unsere Marke? Was wollen wir über uns erzählen?
Uns wurde schnell klar, dass wir das Storedesign so real und authentisch wie möglich halten wollten. Deshalb führte der Weg nicht in teure Interieur-Showrooms, stattdessen bin ich zu Industriebetrieben gegangen, die Steinarbeitsplatten herstellen. Wir haben Bruchstücke und Restmaterial genommen und daraus unsere Tische und Kleiderstangen gebaut. Dazu kamen Vintage-Möbel. Am Ende entstand ein minimalistischer, klarer Raum, tief verbunden mit der Natur – einfach, weil wir das genutzt haben, was bereits da war. Ich bin überzeugt: Begrenzte Ressourcen schärfen Kreativität. Wenn man alles kaufen kann, wird man manchmal bequem. Wenn man nichts hat, muss man innovativ sein.
Jette Cathrin Hopp: Das verbindet unsere Disziplinen stark. Auch in der Architektur zwingt uns Nachhaltigkeit – oder besser gesagt die Notwendigkeit, unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren – dazu, Ästhetik neu zu denken. Plötzlich muss ein Gebäude anders aussehen, weil die Materialien aus Kreisläufen stammen oder weil Energieeffizienz die Form beeinflusst – „Form follows Environment“.
Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass Architektur immer neu und makellos im Sinne von unberührt sein muss. Vielmehr sehen wir gerade eine Tendenz hin zu „Vintage“ in der Bauwelt, die wir aus der Mode längst kennen. Es geht um Transformation, um das Bauen im Bestehenden, das Weiterbauen am Gebauten. Das ist viel anspruchsvoller als der Neubau auf der grünen Wiese. Wir müssen Gebäude als Rohstofflager verstehen, deren Materialien später wieder genutzt werden können. Das verlangt neue Systeme und neue Logistik. Doch es führt auch zu einer neuen Schönheit – einer Ästhetik des Bestehenden, die weit tiefer geht als die glatte Oberfläche eines reinen Immobilienobjekts. Sie fordert unsere gesellschaftliche Vorstellung von Schönheit heraus.
Das klingt nach einer Abkehr von dem Luxusbegriff, den wir in den letzten Jahrzehnten gesehen haben – oft geprägt von Übermaß. Seid ihr der Meinung, dass Konsumentinnen für diese Neudefinition bereit sind?
Jette Cathrin Hopp: Ich glaube ja, aber es ist eine differenzierte Entwicklung. In den Bereichen Hospitality und Retail-Design, in denen wir viel arbeiten – etwa für Aesop oder Polène –, sehen wir, dass Kundinnen nicht mehr nur visuell beeindruckt werden möchten. Sie sind, provokativ gesagt, fast gelangweilt von Dekadenz. Sie haben alles schon einmal gesehen. Es gab eine Zeit, in der jede Erfahrung die vorherige übertreffen musste – exklusiver, lauter, teurer. Das führte zu Ermüdung. Die Antwort darauf ist – wie vorhin gesagt – Echtheit, Realness, eine Rückkehr zum Menschlichen. Wir waren in vielem so dekadent, dass echter Luxus in Zukunft vielleicht das Gegenteil sein wird: die Achtsamkeit im Moment, nicht das Blattgold an der Wand.
Celine Aagaard: Absolut. Das sehe ich jeden Tag bei unseren Kundinnen. Ich stehe oft selbst im Store und spreche mit den Frauen, die unsere Kleidung kaufen. Sie wollen nicht mehr verkleidet sein. Sie wollen Kleidung, die sie im Alltag unterstützt, die ihnen Stärke gibt, aber unkompliziert bleibt. Ein Kleidungsstück muss funktionieren – ob fürs Meeting, zum Kinderabholen oder für ein Event am Abend.
Es gibt eine Sehnsucht nach Dingen, die echt sind. Deshalb erzähle ich so viele Geschichten über die Herkunft unserer Materialien oder unsere Herangehensweise. Unsere Bestseller sind oft die Teile mit dem „Envelope Twist“ – minimalistisch, aber mit einem Detail, das zeigt: Da hat jemand wirklich nachgedacht.
Lasst uns einen Blick nach vorne werfen. Wenn man den Gedanken der Langlebigkeit und Wiederverwendung konsequent weiterdenkt, wie sieht die Zukunft des Designs aus? Werden wir überhaupt noch neue Dinge produzieren?
Celine Aagaard: Wir leben in einer gespaltenen Welt. Auf der einen Seite konsumiert die junge Generation nach wie vor in hohem Tempo, getrieben von Plattformen wie Shein und der Logik von Ultra-Fast-Fashion. Das ist Realität. Auf der anderen Seite wächst das Bewusstsein für Vintage und Secondhand rasant. Für Envelope1976 bedeutet die Zukunft vielleicht, weniger produzieren und noch kuratierter arbeiten. „Rethinking“ – das Neubetrachten des Vorhandenen – wird in den Kern unserer Praxis rücken.
Jette Cathrin Hopp: In der Architektur wird Zirkularität zum bestimmenden Prinzip. Wir stehen vor enormen Herausforderungen durch Klimawandel und Ressourcenknappheit. Die einzig verantwortliche Antwort ist, das Bestehende zu würdigen. „Don’t tear down“ ist das neue Mantra. Jedes Gebäude trägt gebundene Energie. Ein Abriss verschwendet diesen Wert. Die Zukunft liegt in intelligenter Transformation: Wie verwandeln wir Bürogebäude in Wohnräume? Wie gestalten wir Materialien so, dass sie in Jahrzehnten sortenrein getrennt werden können? Das verlangt immense Kreativität. Arbeiten mit bestehenden Strukturen ist schwieriger als ein Neubau – aber genau so entsteht Innovation.
Bei aller Rationalität, Verantwortung und Ernsthaftigkeit: Bleibt noch Raum für Spaß am Design?
Celine Aagaard: Unbedingt. Wenn wir den Spaß verlieren, verlieren wir alles. In dem Moment, in dem wir zu predigen beginnen, in dem alles schwer und freudlos wird, wenden sich Menschen ab. Mode ist Emotion und Energie. Deshalb lieben wir Kooperationen: Sie bringen neue Energie in unsere Arbeit. Wenn mein Team und ich nicht wirklich Freude am Prozess haben, wenn wir uninspiriert sind, spüren Kundinnen das sofort. Ich bin überzeugt, dass die Energie eines Designers im Produkt weiterlebt.
Jette Cathrin Hopp: Da bin ich ganz bei Celine. Freude ist der Beginn von allem. Ohne sie verblasst Kreativität. Innovation entsteht oft aus einem spielerischen Moment, aus einem Lachen im Workshop oder aus einer Idee, die zuerst verrückt klingt.
Natürlich arbeiten wir hart und nehmen unsere Verantwortung ernst. Aber der Prozess selbst – der Austausch mit Kunstschaffenden, Menschen aus Wissenschaft oder Handwerk – muss Freude bereiten. Ohne diesen Funken entstehen leblose Hüllen. Ein Gebäude, das ohne Freude entworfen wurde, wird niemals Freude ausstrahlen. Spaß ist der Treibstoff, der uns befähigt, schwere Themen anzugehen, ohne daran zu zerbrechen.
Zum Abschluss möchte ich noch einmal zum Begriff Realness zurückkehren. Wenn ihr einen einzigen Gegenstand nennen müsstet – ein Gebäude, ein Kleidungsstück oder etwas völlig anderes –, der für euch Zeitlosigkeit und Authentizität verkörpert: Was wäre es?
Celine Aagaard: Mir kommt sofort eine Klippe in den Sinn. Ich lebe in Norwegen und verbringe viel Zeit draußen. Ein Felsen an der Küste hält allem stand: Wetter, Gezeiten, der Zeit selbst. Er ist roh, hat Kanten, man kann auf ihn steigen oder sich an ihn lehnen. Er verändert sich langsam, fast unsichtbar, und doch bleibt sein Wesen gleich. Diese natürliche Rohheit, dieser ungefilterte Zustand, ist für mich die reinste Form von Design – etwas, dem wir Menschen nur nacheifern können.
Jette Cathrin Hopp: Lustigerweise hätte ich fast dasselbe gesagt: die Landschaft.
Architektur ist im Kern eine Antwort auf die Natur. Bei Snøhetta ist die Natur immer unser Ausgangspunkt. Wir versuchen nicht, sie zu bezwingen; wir suchen den Dialog mit ihr. Eine Landschaft ist nie fertig. Sie verändert sich ständig und bleibt doch ewig. Sie ist unser einziger wirklicher Referenzpunkt.
Jette Cathrin Hopp
Aufgewachsen in einem Umfeld, das von sprachlicher und kultureller Vielfalt geprägt war, beherrscht Jette Cathrin Hopp Norwegisch, Englisch, Deutsch und Dänisch. Diese Mehrsprachigkeit prägte schon früh ihren Blick auf die Welt und lehrte sie, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Heute bringt sie diese Offenheit als Direktorin im Vorstand von Snøhetta ein – in ein Verständnis von Architektur, das bewusst, inklusiv und zutiefst menschlich ist.
Für Hopp sind Gebäude niemals bloße Objekte, sie sind Werkzeuge, die Leben und Gemeinschaften formen. „Wir verstehen Architektur in erster Linie als soziales Werkzeug“, sagt sie. „Es geht nicht um Architektur um ihrer selbst willen, es geht darum, die Lebensqualität zu verbessern. Gerade bei öffentlichen Projekten glauben wir daran, etwas zurückzugeben und echten Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen.“
Neben ihrer Arbeit ist Hopp eine gefragte Rednerin bei Architektursymposien, internationalen Konferenzen und Universitäten. Sie ist Jurymitglied zahlreicher Architekturwettbewerbe und -preise und wurde 2021 zur Präsidentin der Jury eines italienischen Architekturpreises berufen. Zudem sitzt sie im Vorstand der Schelling Architekturstiftung und lehrt an der Hochschule Wismar für Technik und Gestaltung. In Norwegen bringt sie ihre Expertise im Architekturbeirat der Stadt Oslo ein und im Mai 2023 wurde sie zur Vorsitzenden des City Design Advisory Board der Landeshauptstadt Kiel ernannt.





Celine Irgens Aagaard
Wer mit Celine Irgens Aagaard spricht merkt schnell: Diese Frau ist ein absolutes Multitalent. Sie begann ihre Karriere zunächst im Journalismus, heute ist sie Designerin, deren klare, reduzierte Ästhetik aus Jahrzehnten des Beobachtens und Dokumentierens von Mode entstanden ist. Ende der 1970er-Jahre geboren und in einem Haushalt groß geworden, in dem Kleidung geteilt, gepflegt und über viele Jahre getragen wurde, entwickelte sie früh ein Bewusstsein für Langlebigkeit und einen achtsamen Umgang mit Ressourcen – Werte, die später zu Grundpfeilern ihrer Designphilosophie wurden.
Nach über 30 Jahren im Journalismus rief sie 2018 Envelope1976 ins Leben. Die Marke ist bewusst klein, klar und fokussiert gehalten und steht für minimalistisches Design mit Charakter.
Heute ist Celine nicht nur Creative Director, sondern auch eine der prägenden Stimmen der norwegischen Modebranche – Trendexpertin, dreifache Buchautorin und eine Kreative, deren Arbeiten in zahlreichen internationalen Medien erschienen sind. Ihre Laufbahn umfasst Stationen in der Fotografie, Redaktion und im Design – doch der rote Faden bleibt unverkennbar: ein Anspruch an Authentizität, Vielseitigkeit und eine stille, bewusste Definition von Luxus.






