Arc’teryx
Active Enabler
Die kanadische Outdoor-Marke Arc’teryx hat vor kurzem einen neuen Store in Wien eröffnet.
Im Gespräch erklärt Tobia Prevedello, warum physische Räume für die Marke eine zentrale Rolle spielen – und wie sich Produktentwicklung, Community und Outdoor-Kultur miteinander verbinden.
Der neue Store in Wien verbindet Substanz und Marken-DNA auf sehr authentische Weise. Warum setzt ihr weiter konsequent auf physischen Retail?
Tobia Prevedello, General Manager EMEA: Der Ausgangspunkt ist immer die lokale Community. In Wien sind wir seit über 20 Jahren präsent und haben über diese Zeit starke Beziehungen aufgebaut. Der neue Brandstore ist dabei eine logische Ergänzung zu unseren bestehenden Partnerschaften im Fachhandel. Für uns sind Stores kein klassischer Verkaufsraum, sondern ein Ort der Begegnung. Es geht darum, die Marke erlebbar zu machen – nicht nur Produkte zu zeigen, sondern die Welt dahinter.
Apropos Produkt: Ihr habt einen sehr hohen Anspruch an euer Sortiment. Wie entscheidet ihr, wann ein Produkt marktreif ist?
Sehr einfach gesagt: Wir bringen ein Produkt nur dann auf den Markt, wenn es ein konkretes Problem für einen Athleten oder eine Athletin löst. Alles beginnt mit Funktion, nicht mit Ästhetik.
Trotzdem hat die Marke eine sehr starke visuelle Wirkung, gerade auch bei jüngeren Zielgruppen.
Ich komme selbst aus dem Sport und habe zuvor in der Luxusindustrie gearbeitet. Dort habe ich gelernt, wie wichtig Handwerk und Langlebigkeit sind – und genau diese Werte treffen heute sehr stark den Zeitgeist. Das prägt Arc’teryx: technische Präzision, Funktionalität und Zeitlosigkeit. Manche unserer Modelle entwickeln wir seit den späten 1990ern kontinuierlich weiter – und genau diese Beständigkeit macht sie heute relevant.
Ich glaube aber auch, dass die Begeisterung für die Ästhetik, für die wir stehen, viel mit unserer digitalen Lebenswelt zu tun hat. Dinge, die uns an Natur und echte Erfahrungen erinnern, erzeugen heute eine starke emotionale Bindung. Am Ende entsteht die eigentliche Bedeutung unserer Produkte aber draußen – im Einsatz. Jene Erinnerungen, die unsere Communtiy dort sammelt sind es, die bleiben. Sie prägen, wie Menschen die Marke langfristig wahrnehmen.
Welche Punkte stehen für die Zukunft ganz oben auf eurer Agenda?
Wir denken in zwei Zeithorizonten. Kurzfristig sind unsere „Academies“ sehr wichtig – Events, in den Bergen, bei denen wir Community, Athleten und Interessierte zusammenbringen. Ob in Chamonix, Mammoth oder St. Anton: Diese Formate schaffen Austausch, Inspiration und Wissen.
Langfristig geht es darum, den Zugang zur Outdoor-Welt weiter zu ermöglichen. Wir verstehen uns als Enabler – als Marke, die Menschen befähigt, draußen aktiv zu sein. Und diesen Anspruch verfolgen wir auch in Zukunft konsequent weiter.
Foto (c) Bronson Whytcross

