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Triumph

„Zirkularität ganzheitlich denken“ 

26/03/2026  BY  Lisa Hollogschwandtner


„Zirkularität ganzheitlich denken“ 
Vera Galarza ist Global Head of Sustainability bei Triumph. Im Gespräch mit style in progress gibt sie Einblicke in das jüngste Projekt in Sachen Kreislaufwirtschaft des Wäschespezialisten, das zusammen mit der RadiciGroup und The Lycra Company umgesetzt wurde.   
Triumph hat gemeinsam mit der RadiciGroup und The Lycra Company einen recycelten Lingerie-Prototyp entwickelt, der das Thema Nachhaltigkeit und Recycling neu denkt. Was war der Ausgangspunkt für dieses Projekt? 

Unsere Branche arbeitet stark mit Polyamid und Elastan – Materialien, für die es bislang nur begrenzte Recyclinglösungen gibt. Da Zirkularität eine zentrale Säule unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist, wollten wir hier gezielt ansetzen. In der Zusammenarbeit mit The Lycra Company und der RadiciGroup konnten wir technologische Expertise mit unserem Innovationsanspruch als Marke verbinden und so neue Wege in der Materialentwicklung erschließen. 

Was bedeutet dieser Durchbruch konkret für Triumph – und für die Modebranche? 

Dieses Projekt ist für uns ein wichtiger Proof of Concept. Es zeigt, dass innovative Materiallösungen im Lingerie-Bereich möglich sind und motiviert uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Gleichzeitig ist klar: Bis zur breiten industriellen Skalierung gibt es noch Entwicklungsarbeit zu leisten. 

Mischfasern gelten als eines der größten Hindernisse im Textilrecycling. Was macht die Technologie von Radici InNova hier anders? 

Sie ermöglicht es, Mischfasern gezielt durch ein Verfahren der selektiven Auflösung zu trennen. So können sowohl Nylon als auch Lycra aus gemischten Textilien zurückgewonnen und wiederverwendet werden – unabhängig vom Mischverhältnis. Dabei kommen umweltfreundliche, nicht-toxische Lösungsmittel zum Einsatz, die ebenfalls recycelt werden können, was den Prozess nachhaltig und wirtschaftlich macht. 

Welche Rolle hat Triumph im Projekt konkret übernommen? 

Als Marke mit direktem Zugang zu Konsumentinnen und Konsumenten haben wir vor allem die Perspektive der Anwendung eingebracht. Wir haben vorhandene Überschussmaterialien bereitgestellt und gemeinsam definiert, welche Materialien sich für eine zukünftige Kollektion eignen. Der nächste Schritt ist nun, Konsumentenreaktionen zu evaluieren und die Auswirkungen sowie Identifikationsfaktoren solcher Produkte besser zu verstehen. 

Die Fasern behalten auch nach dem Recycling ihre Funktion. Können Sie darüber mehr erzählen? 

Bisher zeigt sich, dass Qualität und Funktionalität der Fasern auch nach dem Recycling erhalten bleiben. Das ist ein entscheidender Faktor, denn für uns stehen Qualität, Komfort und Langlebigkeit immer an erster Stelle. 

Welche Herausforderungen bestehen weiterhin, bevor solche Lösungen im industriellen Maßstab skaliert werden können? 

Der Weg zur Skalierung erfordert eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Eine zentrale Herausforderung ist beispielsweise die eindeutige Identifikation recyclingfähiger Materialien. Hier braucht es branchenweite Standards und Kooperation. 

Wie wichtig sind unternehmensübergreifende Partnerschaften, um Innovationen im Textilrecycling voranzutreiben? 

Sie sind essenziell. Nur durch Zusammenarbeit zwischen Marken, Materialherstellern und Recyclingunternehmen lassen sich echte Fortschritte in Richtung Kreislaufwirtschaft erzielen. Jeder Partner bringt eine entscheidende Perspektive ein: Materialhersteller treiben technologische Innovationen voran, Marken übersetzen diese in marktfähige Produkte, und Recycler ermöglichen die Rückführung der Materialien in den Kreislauf. 

Wie real ist eine zirkuläre Modeindustrie schon jetzt? 

Sie ist aus meiner Sicht die Zukunft der Branche. Entscheidend ist jedoch, Zirkularität ganzheitlich zu denken – von Materialinnovation über Produktdesign bis hin zu Langlebigkeit und funktionierenden Recyclingstrukturen. 

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