Ben and x The Wants
„Wir fühlen und agieren wie die Marke selbst“
Ben Botas, Inhaber von Ben and, und Mark Helegau, Gründer von The Wants Social, über neue Markenlogiken, das Ende klassischer Agenturmodelle und warum Authentizität mehr ist, als ein Buzzword.
Interview: Janaina Engelmann-Brothánek. Fotos: Unternehmen
Ben, du wirst oft als Vertriebsagentur bezeichnet, was für dich selbst das zu kurz greift. Wie definierst du, was ihr bei Ben and tut?
Ben Botas, Gründer und Inhaber von Ben and: Wir verstehen uns selbst als Marke. Vertrieb ist ein Teil unseres Jobs, aber bei weitem nicht alles. Wir sind die Brand auf unseren Märkten, nicht Mittler. Damit ist es unser Auftrag, Marken ganzheitlich zu betreuen. Es geht um Performance, Markenaufbau und Begehrlichkeit. Wir müssen Brand Heat erzeugen, sonst entsteht kein nachhaltiger Erfolg. Dafür haben wir viele Tools entwickelt. Hier ist der Fokus sell-out, nicht sell-in.
Eine eurer Stärken ist es, Brands, die D2C gestartet sind, in den stationären Handel zu bringen.
Ben Botas: Richtig. Viele Marken starten rein D2C. Mittlerweile sind zahlreiche davon aber offen für den Handel. Wir wissen, was es braucht, um diese Transformation erfolgreich zu bestehen.
Mark, du kommst ursprünglich aus dem Retail. Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Vetriebsagenturen verändert?
Mark Helegau, Founder The Wants Social: Das alte Agenturmodell hat ausgedient. Zweimal im Jahr im Showroom, dazwischen ein paar E-Mails – das reicht nicht mehr. Marken brauchen Partner, die wirklich Teil ihres Systems werden. Auch bei The Wants, unserer Kommunikationsagentur, identifizieren sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Brands, für die sie arbeiten. Sie sagen nicht: Ich arbeite für The Wants, sondern: Ich arbeite für Pomdor oder Copenhagen Studios. Diese Nähe verändert alles.
Wie kam es zur Kooperation zwischen euch beiden und damit Ben and und The Wants?
Ben Botas: Viele Marken fragten mich: Wie bekommen wir mehr Brand Heat in Deutschland? Klassische PR- oder Influencer-Kampagnen haben dabei nie den Effekt gebracht, den ich mir gewünscht hätte. Wir brauchen viel mehr, um Impact zu generieren. Ich beobachte schon lange, was The Wants tut und sehe, wie stark sie am Erfolg einiger Brands beteiligt sind. Wir teilen denselben Anspruch: Real Influence. Wir wollen eine kreative Lösung, die spürbar und messbar Marken baut und wirklich den Unterschied macht. Wir wollen Vertrieb und Kommunikation verbinden, also B2B und D2C zusammenführen.
Mark Helegau: Wir nennen das unseren Accelerator: eine Lösung für Marken, die im D-A-CH-Markt wachsen wollen. Eine skandinavische Brand beispielsweise kommt zu Ben und bekommt Vertrieb, Kommunikation und Social Commerce aus einer Hand. Viele denken noch in Silos. Wir arbeiten als integriertes Team mit gemeinsamer Strategie – mit Marktverständnis, klarer Story und Umsetzung vom Store bis Social.
Ein Stichwort eurer Arbeit ist Authentizität. Wie definiert ihr den Begriff für euch?
Mark Helegau: Authentizität ist keine Kampagne und kein Gesicht, das man einkauft. Wenn du jedes Quartal ein neues Testimonial hast, verlierst du deine DNA. Es geht um Haltung und Konsistenz – über Print, Social, Retail hinweg. Das ist kein Baukasten, sondern ein zusammenhängendes Markenerlebnis.
Ben Botas: Und sie entsteht auch auf der Fläche. Wenn eine Marke im Store falsch präsentiert wird, verliert sie Glaubwürdigkeit, egal, wie stark sie online ist. Deshalb begleiten wir Händler eng, schulen Teams und achten auf Storytelling. Eine Marke ist nur dann stark, wenn sie an jedem Touchpoint dieselbe Geschichte erzählt.

