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Jérôme Dreyfuss

A Matter of Respect 

20/07/2026  BY  Lisa Hollogschwandtner


A Matter of Respect 
Ein Gespräch mit Jérôme Dreyfuss ist weit mehr als ein klassischer Mode-Talk. Es ist ein philosophischer Austausch über Weiblichkeit, Authentizität und eine Industrie, die oft ihren eigentlichen Zweck aus den Augen verliert. Wir trafen den französischen Designer zu einem emotionalen Interview über die Essenz des wahren Luxus. 

Text: Lisa Hollogschwandter. Fotos: Jérôme Dreyfuss, Germain Chauveau 

Sie beschreiben Ihre Arbeit sehr emotional. Wie sehr leiten Sie Ihre Gefühle beim Designen? 

Jérôme Dreyfuss: Mode war für mich schon immer eine Geste des Respekts. Es geht darum, zu verstehen, was es heißt, eine Frau zu sein. Ich versuche stets, etwas Nützliches zu erschaffen, das Frauen im Alltag begleitet, ohne sie verändern zu wollen. Die heutige Mode ist leider oft diktatorisch geworden. Man bekommt suggeriert: „Du musst dieses und jenes tragen.“ Nein! Frauen sollen einfach nur sie selbst sein. 

Gefühlt geht es heute wieder mehr um Persönlichkeit und weniger um Perfektion. Stimmen Sie zu? 

Absolut! Mich inspirieren Frauen, die keine Angst haben, sie selbst zu sein – wie Nina Hagen, Vivienne Westwood oder Sonia Rykiel. Wahre Stärke liegt in der Authentizität. Unsere Unterschiede sind doch genau das, was uns interessant macht. 

Verändert sich aktuell die Definition von Luxus? 

Luxus bedeutet für mich Handwerkskunst, Zeit und Seltenheit – kein Logo. Große Luxushäuser sind mittlerweile so gigantisch geworden, dass jede Exklusivität fehlt. Wenn ich eine teure Tasche kaufe, möchte ich nicht an jeder Ecke jemandem begegnen, der exakt dieselbe trägt. Wir nutzen hochwertiges, pflanzlich gegerbtes Leder, das ein reines Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie ist. Unsere Taschen dürfen leben und mit der Zeit ihre ganz eigene Patina entwickeln. 

Sie entwerfen also bewusst Stücke für die Ewigkeit? 

Genau, ich kreiere zeitlose Begleiter. Das schönste Kompliment ist es, wenn ich heute die 18-jährigen Töchter meiner Freundinnen sehe, die stolz die Taschen ihrer Mütter von vor 20 Jahren tragen. Eine Tasche sollte wie eine gute Vintage-Jeans sein: Sie trägt deine persönliche Geschichte in sich und wird mit dem Alter nur noch schöner. 

www.jerome-dreyfuss.com

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