Techtextil & Texprocess
Innovation Awards 2026: Textile Lösungen für globale Schlüsselindustrien
Die Techtextil und Texprocess setzen 2026 erneut ein starkes Signal für die Innovationskraft der Branche.
Insgesamt 17 internationale Preisträger wurden mit den Innovation Awards ausgezeichnet, die am 21. April im Rahmen der Leitmessen verliehen werden. Die prämierten Entwicklungen zeigen, wie textile Technologien Antworten auf zentrale Herausforderungen in Mobilität, Bau, Medizin und Kreislaufwirtschaft liefern.
Im Fokus stehen Lösungen für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Funktionalitäten. Besonders deutlich wird dies bei zwei ausgezeichneten „New Concept“-Projekten: Der Schweizer Garnhersteller Bäumlin & Ernst AG erhielt den Award für „EC0Tex“, ein PFAS-freies Veredelungsverfahren auf Basis von Trockenplasma. Dabei wird jedes Filament mit einer ultradünnen Organosilicium-Schicht umhüllt, die wasserabweisende Eigenschaften ohne umweltschädliche Chemikalien ermöglicht. Ergänzend dazu wurde das südkoreanische Unternehmen aweXome Ray Inc. für seine Innovation „axrial“ ausgezeichnet: ein skalierbares Verfahren zur Herstellung textiler Endlosfasern aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Diese eröffnen neue Anwendungen als leitfähige, extrem leichte Funktionsmaterialien etwa in E-Fahrzeugen, Luftfahrt oder Robotik.
Auch im Bereich nachhaltiger Chemie und Materialien setzen die Preisträger Maßstäbe: Biobasierte Druckpasten aus Industrie- und Agrarabfällen sowie innovative wasserabweisende Ausrüstungen auf molekularer Ebene reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Neue Werkstoffe wie „strickbares Holz“ oder biologisch abbaubare Hochleistungs-Polyester zeigen das Potenzial nachwachsender Ressourcen für industrielle Anwendungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf zirkulären Lösungen. Enzymbasierte Recyclingtechnologien ermöglichen die Rückführung von Polyester und Nylon in Neuware-Qualität, während elektrochemische Verfahren den Ressourceneinsatz deutlich senken. Ziel ist die Transformation hin zu geschlossenen Materialkreisläufen.
Parallel treiben Automatisierung und Künstliche Intelligenz die Branche voran – von robotergestütztem Textilhandling über KI-basierte Qualitätskontrolle bis zur digitalen Stoffsimulation. Selbst komplexe Prozesse wie die T-Shirt-Produktion werden zunehmend automatisierbar.
„Die ausgezeichneten Projekte zeigen die enorme Bandbreite textiler Innovationen und ihre Bedeutung weit über die Branche hinaus“, betont Sabine Scharrer von der Messe Frankfurt. Die prämierten Lösungen sind vom 21. bis 24. April in Frankfurt zu sehen und gelten als wichtiger Indikator für die Zukunft der globalen Textilindustrie.

