White Milano
10 Prozent Markenplus
Auf der Pressekonferenz am 12. Februar in Mailand formulierte White-Gründer und Kreativdirektor Massimiliano Bizzi mit „Tabula Rasa“ einen programmatischen Neuanfang, der bewusst über klassische Rebranding-Rhetorik hinausgeht.
Gemeint ist ein struktureller Reset: mehr Fokus auf marktfähige Kollektionen, eine präzisere Kuratierung und eine internationale Ausrichtung, die näher an den Realitäten von Retail und Distribution operiert. Begleitet wird dieser Schritt von einem eigens entwickelten Trailer, der den Gedanken des Neubeginns visuell bündelt und als emotionale Klammer der Edition fungiert.
Auch operativ lässt sich die neue Richtung ablesen: Über 300 Marken (+10 %) sind angekündigt, mit einem internationalen Anteil von rund 46 %. Parallel intensiviert White die Ansprache von Einkäufern in Schlüsselregionen wie USA, Asien, DACH und Mittlerer Osten – unterstützt durch institutionelle Partner und globale Scouting-Initiativen. Rund 130 neue Labels erweitern das Portfolio, darunter Namen wie Susan Fang, Lucille Thièvre oder Batakovic Belgrade. Weiterentwickelte Formate wie die kuratierten Secret Rooms oder ein stärker profilierter Accessories-Bereich sorgen zusätzlich für mehr Selektivität.
Einen besonderen Akzent setzt die Maison Gattinoni: Anlässlich dieser Ausgabe feiert das Haus sein 80-jähriges Jubiläum mit einer Retrospektive ikonischer Archivkleider – darunter das Kleid von Anita Ekberg aus La Dolce Vita von Federico Fellini – die das Couture-Erbe von Fernanda Gattinoni erneut sichtbar macht. Gleichzeitig markiert eine neue Prêt-à-porter-Kollektion den Neustart der Marke.
Damit positioniert sich White Milano in einem herausfordernden Marktumfeld neu: stärker international, selektiver im Markenportfolio und klarer auf wirtschaftliche Relevanz ausgerichtet. „Tabula Rasa“ fungiert dabei weniger als Kampagnenmotiv denn als strategischer Rahmen – mit dem Anspruch, die Rolle von Messeformaten zwischen Inspiration, Kuratierung und Business Utility neu zu definieren.

