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Sustainability | Unendliches Potenzial

Sustainability | Unendliches Potenzial

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Einfach mal gründlich nachdenken: Wer die Recyclingfähigkeit seiner Produkte erhöhen will, stellt jeden Faden und jeden Knopf in Frage. Und das ist gut so, denn Bewusstsein ist der erste Schritt, die Textilproduktion aus ihrer Einbahnstraße zu leiten.

Fotos: Unternehmen

Napapijri | Vorbild

Verschiedene Materialien in einem Bekleidungsstück machen Recycling so tricky: Diesem Problem begegnet Napapijri mit seiner Skidoo-Jacke, die aus dem Upcycling-Material Econyl besteht. Und zwar nicht nur der Oberstoff, sondern auch Füllung und Besätze. Beim Kauf können Kunden die Jacke registrieren und nach zwei Jahren wieder zurückgeben, um sie der Wiederaufbereitung zuzuführen. www.napapijri.com

Mud Jeans | Geschlossener Kreislauf

Das holländische Jeanslabel Mud Jeans hat von zwei auf Nachhaltigkeit spezialisierten Investoren eine Million Euro erhalten und kann so im kommenden Jahr seinen Plan verwirklichen, eine zu 100 Prozent recycelte Hose auf den Markt zu bringen. Mud Jeans verwendet bereits 40 Prozent recycelte Baumwolle für die Herstellung seiner saisonunabhängigen Kollektionen. Die Marke wird in 29 Ländern bei über 300 Einzelhändler verkauft und wird weiter expandieren. Bert van Son, CEO und Gründer von Mud Jeans sagt: „Dank technologischer Innovationen, die in Zusammenarbeit mit der Saxion University und der Wissensplattform Circle Economy entwickelt wurden, sind wir in Zukunft in der Lage, aus alten Jeans neue herzustellen.

Dabei entwickeln wir unsere Produkte nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern berücksichtigt auch die Arbeitsbedingungen bei der Produktion. Bisher konnten wir 12.000 Jeans wiederverwenden und haben dadurch umgerechnet 300 Million Liter Wasser eingespart und 700.000 Kilogramm CO2 weniger emittiert.“ Seit 2013 bietet das als B-Corp zertifizierte – sprich zum Gemeinwohl agierende – Unternehmen sein innovatives Konzept „Lease a Jeans“ an, bei dem die Jeans gemietet und zurückgegeben werden. www.mudjeans.eu

Freitag | Zu Ende gedacht

Ihre Taschen aus LKW-Planen sind legendär und längst Kult. Die Freitag-Brüder sind Pioniere des Upcyclings. Zudem produzieren sie schon immer fair und sozialverträglich in der Schweiz. Auch das für ihre Textilkollektion selbst entwickelte Material Namens F-abric ist wegweisend. Der strapazierfähige Stoff ist vollständig kompostierbar und wird aus Bastfasern und Modal in Europa mit minimalem Ressourceneinsatz produziert. Die Bastfasern aus Flachs (Leinen) und Hanf stammen aus Frankreich, Holland und Belgien. Diese heimischen Fasern schonen nicht nur die Böden, weil sie kaum Dünger oder Pestizide benötigen, sondern verbrauchen auch viel weniger Wasser als Baumwolle.

Das Modal wird aus österreichischem Buchenholz hergestellt. Alle Produktionsschritte finden maximal 2.500 Kilometer entfernt von Zürich statt. Das Wichtigste: Der Stoff ist vollständig biologisch abbaubar und kann einfach kompostiert werden – inklusive Nähfaden und Webbändern. Die Hosenknöpfe aus Metall können dank patentiertem Schraubverschluss herausgedreht werden und sind bis ans Ende aller Tage und Hosen wiederverwendbar. Dass Shirts, Kleider, Röcke, Hosen, Hemden oder Jacken trotz aller Nachhaltigkeit cool aussehen und im Alltag funktional sind, dafür steht Freitag. Auf der Website von Freitag wird die Herstellung ausgiebig erklärt und transparent dokumentiert. Nachahmung sehr empfehlenswert! www.freitag.ch

FTC Cashmere | Best of the rest

Egal, wie gut man kalkuliert: Beim Stricken bleiben immer kleine Mengen Garn übrig. FTC Cashmere hat jetzt eine Technik gefunden, wie diese Restmengen an Garn nahtlos zusammengefügt werden können. Weil unterschiedliche Garne zusammengefügt werden, entsteht ein mehrfarbiger Faden mit unterschiedlich langen Farbsequenzen. Klar, dass das Unikate gibt – die für VK-Preise von 99 bis 369 Euro ab Frühjahr/Sommer 2020 im Verkauf sind. www.ftc-cashmere.com

Johanenlies | Upcycling Manufaktur

Aus Altem Neues zu schaffen, ist die Leidenschaft von Coco Prange und Mike Raaijmakers, die seit 2015 Designmöbel aus recycelten Materialien für Wohnungen, Büros, Gastronomie oder Einzelhandel fertigen. Zum Einsatz kommen aufgearbeitetes Bauholz aus Kiefer, Eiche oder Walnuss und Stahlprofile, die in zeitgemäßen Farben pulverbeschichtet werden. Natursteine wie Marmor, Serpentinit oder Travertin werden in den Johanenlies-Entwürfen ebenso kombiniert wie ökologisches Linoleum. In der Berliner Manufaktur entsteht alles in Handarbeit. Neben Kleiderständern mit und ohne Ablage, gibt es Regale, Beistell-, Ess- und Schreibtische, Sitzbänke sowie eine Reihe von Betten und Kommoden. Die Möbel bestechen durch ihre filigrane Erscheinung und das minimalistische Design. Johanenlies unterstützt die Stiftung Plant-for-the-Planet, die für jeden gespendeten Euro einen Baum auf Mexikos Halbinsel Yucatán pflanzt und Kinder in Akademien zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ausbildet. www.johanenlies.com

Wolfskin Tech Lab | Vollständig Recycelt

Die Wolfskin Tech Lab Kollektion folgt dem Motto: geboren in der Stadt, inspiriert von den Elementen, angetrieben von Technologie. Als weltweit erster Bekleidungshersteller hat Jack Wolfskin wasser- und winddichte Jacken entwickelt, die vollständig aus recyceltem Material hergestellt werden – inklusive der hochtechnologischen Membran. Diese Technologie heißt Texapore Ecosphere. Das Material besteht zum einen aus Plastikmüll wie z. B. Pet-Flaschen, zum anderen aus eigenen Produktionsabfällen, wobei Stoffverschnitt erneut zu Pellets verarbeitet wird und anschließend wieder in den Produktionskreislauf zurückgelangt. Die gesamte Bekleidungskollektion von Wolfskin Tech Lab ist zu 100 Prozent PFC-frei und es werden ausschließlich RDS zertifizierte Daunen eingesetzt. Funktionalität trifft auf modernen urbanen Lifestyle. www.wolfskin-techlab.de

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