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Plein Sud

Plein Sud

Plein Sud: 1 + 1 = 1+

Nach der Übernahme durch die italienische MMB Group präsentiert sich Plein Sud mit neuem Setting. Ein neues Management und finanzielle Ressourcen sollen die Entwicklung der Marke anschieben. Die zwei Linien wurden fusioniert, gemeinsam will man sie zu neuer Stärke führen. style in progress hat mit CEO Gaetano Sallorenzo über seine Pläne gesprochen, die Marke als Luxus-Contemporary-Anbieter zu repositionieren.

Der Anruf kam für einen wie ihn nicht überraschend: Gaetano Sallorenzo hat internationale Managementerfahrung für Marken wie Giorgio Armani, Calvin Klein, Replay, Stuart Weitzmann oder zuletzt Giambattista Valli. Klar, dass die allesamt aus der Mode stammenden Investoren hinter der MMB Group einen solchen Highflyer auf dem Radar haben. „Plein Sud hat mich gepackt: Die Marke hat eine große Geschichte, selbst in schwierigen Momenten hat die Markenwahrnehmung nie Schaden genommen. Sie hat eine loyale Anhängerschaft, sowohl unter tollen Händlern als auch bei den Endkonsumenten. Dieses Potenzial zu stärken und auszubauen – darauf freue ich mich.“

Der erste strategische Schritt mag einschneidend wirken: Die beiden Linien Plein Sud und Plein Sud Jeanius wurden fusioniert. „Wir integrieren nun verschiedene Aspekte der Garderobe in eine starke Marke – die rund 180 Teile starke Kollektion wird vom casual Jeans- und Sweatshirt-Outfit bis zur Abendrobe eine breitere Palette zeigen. Das entspricht der Art, wie sich moderne Frauen heute kleiden: Sie lieben es, zu kombinieren, der Markt verändert sich stark.“ Als Luxus-Contemporary-Anbieter geht es Gaetano Sallorenzo dabei nicht um den Preis, „sondern immer um das Produkt und seine Wertigkeit. Frauen verstehen den Wert der Ware, sie kaufen, wenn sie sich von der Qualität angesprochen fühlen.“ Um diese zu gewährleisten, ist die Produktion in Italien essenziell: „Wir arbeiten mit kleinen Fertigungsbetrieben, das sind wahre Künstler. Weil unsere Design-, Marketing- und Produktteams vor Ort und persönlich mit diesen Leuten arbeiten können, entsteht Innovation – und die ist heute so wichtig. Innovation aber kommt immer aus dem Produkt, ergibt sich im Gespräch: Können wir diese schöne Lederjacke noch mal waschen, um ihr Modernität zu verleihen? Und am nächsten Tag hat man einen Prototypen in den Händen, der genau diese Besonderheiten an sich hat, die in der DNA von Plein Sud liegen.“

Alte Stärke, neue Stärke

Mit seinem starken, femininen, niemals niedlich-weiblichen Look ist die Marke von beeindruckender Modernität. 32 Jahre immer relevant geblieben zu sein, für diese Leistung muss man vor Gründer Fayçal Amor den Hut ziehen. „Dieses Erbe wird jetzt noch um neue Struktur, junge Talente, frische Energie ergänzt“, freut sich Gaetano Sallorenzo. „Wir sind auf dem Weg zur Lifestylemarke, zeigen schon diese Saison eine ergänzende Schmuckkollektion und ab Herbst Schuhe, später stehen noch Handtaschen auf dem Plan.“ Im Vertrieb setzt die Marke auf ein sensibles Vorgehen. „Unsere Ziele sind im Moment nicht von Zahlen getrieben. Wir sagen nicht: Wir müssen unsere aktuell 150 Händler weltweit verdoppeln. Auch unsere Investoren haben mit der Marke langfristige Absichten. Selbstverständlich freuen wir uns, wenn wir wachsen, aber das wollen wir sensibel und richtig tun.“ In Deutschland und Österreich begleiten die ACO Modeagentur diesen Weg. „Wir haben ACO-Geschäftsführer Michael Schulz als jemanden kennengelernt, dem wir in der Neustrukturierung voll vertrauen“, streut Gaetano Sallorenzo Rosen. Für die Schweiz gibt es mit Ianiz Coriza, in Belgien mit Fashion Club 70 ähnlich etablierte Vertriebspartner. Zunächst wird die Kollektion in den Showrooms gezeigt, im September sucht Plein Sud mit seinen Kollektions-Highlights in Paris und Mailand das Scheinwerferlicht der Fashion-Week-Laufstege. „Auch das ist ein Teil der DNA, auch das wird eine Evolution sein“, schwelgt Gaetano Sallorenzo in Vorfreude.