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Per Livestream zum Kunden

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Dem Einzelhandel steht heute ein Datenvolumen zur Verfügung, das die Evaluierung des Kundenverhaltens über Big Data ermöglicht. Kommunikationsstrategien und Onlinetools zeigen, dass darin ungeahnte Möglichkeiten für den Retail stecken. Bestes Beispiel: Influencer Marketing. Was kann Offline hier von Online lernen? Anne Höweler, CEO Cover Communications, gibt Antworten.

Frau Höweler, Online und Offline lässt sich heute kaum noch trennen. Viele Onlinetools lassen sich auch für den stationären Handel extrem effizient nutzen. Bestes Beispiel ist ihr Metier: das strategische Influencer Marketing. Was ist der große Mehrwert, den der Einzelhandel mitnehmen kann?

In erster Linie die direkte, persönliche und zeitnahe Ansprache der Kunden. Wer seine Kunden stetig und aktiv auch in Entscheidungsprozesse mit einbezieht, profitiert am Ende nicht nur von der Nähe zur Zielgruppe, sondern auch von enorm wertvollen Informationen, die Onlinetools liefern. Daher springt der Einzelhandel ziemlich auf das Thema Influencer Marketing auf, weil die Vorteile einfach auf der Hand liegen.

Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Bestes Beispiel sind Live Stories auf Instagram, in denen ein Influencer mit dem Smartphone filmt, wie er über eine Fläche geht. Über das Abstimmungstool von Instagram kann man dessen Zielgruppe – die idealerweise auf die eigene abgestimmt bzw. gezielt auf Neukunden angelegt ist – ganz direkt fragen: „Hey, wie findet ihr diese neue Marke? Oder, was sagt ihr zu diesem Farbthema? Wie gefällt euch diese Kollektion?“ Wir können anschließend ganz detailliert auswerten, welchen Erfolg so eine Marketingmaßnahme hat und welchen Effekt sie erzielt. Durch verschiedene Mechanismen, die wir abbilden, bekommen wir unheimlich viele Informationen über den Kunden. Gleichzeitig hat der Kunde nicht das Gefühl evaluiert zu werden, man umgeht Themen wie Datenschutz und Fragebögen und macht seine Zielgruppe nicht nur mündig, sondern schafft auch den Drive-to-Store-Effekt, der über das Onlinetool direkt in den Laden führt. Natürlich kann man seine Sortimentsgestaltung, die im Einkauf Monate vorher getroffen wird, nicht ad hoc beeinflussen, aber man hat einen Seismografen, der ganz nah am Kunden dran ist.

Influencer Marketing kuratiert in erster Linie ein Angebot – eigentlich die Kompetenz des Einzelhandels. Lässt sich das nicht verbinden?

Ziemlich gut sogar. In jeder Stadt gibt es Local Heroes und Influencer, die man als Stilikonen temporär einbinden kann. Indem sie zum Beispiel aus einem Sortiment einzelne Looks aussuchen und diese als Schaufensteraktion oder in einem Teilbereich des Stores präsentieren. Wenn man diese Idee zu Ende denkt, kann man eine tolle Story entwickeln, man kann daraus eine Kampagne generieren, seine Social-Media-Kanäle bespielen und das alles ohne großes Budget. Mit dem richtigen Gesicht, das nicht nur in der Stadt, sondern auch online eine gewisse Relevanz und Reichweite hat, erreicht man enorm viel. Aber es ist ein neuer Weg und bedeutet natürlich auch ein gewisses Risiko, dass man meiner Meinung nach eingehen sollte, um die neue und junge Zielgruppe ins Haus zu holen, die am Puls der Zeit ist.

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