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Odd Molly

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Odd Molly: „Wir sind die Pippi Langstrumpf der Modeindustrie“

Jennie Högstedt Björk wird im August 2018 ihre Vorgängerin Anna Attemark als CEO von Odd Molly ablösen. Dass intern befördert wurde, statt extern zu rekrutieren, ist typisch für das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Stockholm. Denn schon die Markenvision sieht vor, dass eine Molly die andere fördert.

Odd Molly hat eine beachtliche Evolution hinter sich: Nicht nur, dass die Marke seit ihrer Gründung 2002 konstant gewachsen ist, sondern vor allem die kontinuierliche Entwicklung von Look und Positionierung. Wie ist das gelungen?

 Das Ziel war immer, eine Bekleidungsmarke zu kreieren, die sich herauszustechen traut, die einfallsreich ist und ihren eigenen Weg geht. Ohne Molly, ein Skatermädchen in Venice Beach in den 1980er-Jahren, gäbe es Odd Molly nicht. Molly war das einzige Mädchen in ihrer Clique, die sich nicht bemühte, sich anzupassen. Sie war einfach sie selbst und ging ihren eigenen Weg. Wir wollen dabei helfen, dass es mehr Mollys auf der Welt gibt. Wir wollen Mädchen bestärken und sie an sich glauben lassen. Ich bin überzeugt, dass das die Marke sowohl relevant als auch authentisch gemacht hat.

Ein weiterer Grund für unsere konstante Entwicklung ist natürlich auch unser Design, das wir immer spannend halten und auf neue Kategorien übertragen. Starke und schöne Farben, exklusive Drucke, handgemachte Details – und das alles mit einer unverwechselbaren Handschrift. Unser Stil ist kraftvoll und klar und er lässt sich einfach auf verschiedene Produktgruppen übertragen. Wir haben zum Beispiel letzten Winter eine Skikollektion lanciert.

Die Zielgruppe zu kennen und zu verstehen ist essenziell. Wie oder unter welchen Einflüssen hat sich die Zielgruppe Frau in den letzten Jahren verändert?

 Wir sehen in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel, unsere Kundinnen trauen sich viel mehr, wenn es zum Beispiel um Prints oder Farbe geht. Unser wichtigstes Ziel ist es, die Verkaufszahlen außerhalb Schwedens zu erhöhen, und wir sehen, dass die internationalen Kunden manchmal noch mutiger sind als die Schwedinnen. Da haben wir großes Glück.

Für uns als Unternehmen sind die Schritte, die wir in Richtung Nachhaltigkeit unternommen haben, sehr wichtig. Wir wissen, dass diese Frage für die Konsumentin immer entscheidender wird. Es interessiert und bewegt unsere Kundinnen viel stärker als noch vor ein paar Jahren. Ein weiterer Trend, der unsere Konsumentinnen prägt, ist die Anti-Haltung zu Massenkonsum. Sie kaufen lieber weniger, dafür außergewöhnliche und langlebigere Stücke. Odd Molly ist auf den größten schwedischen Second-Hand-Websites die meistgesuchte Marke – wir sehen das als Beweis, dass wir hervorragende Qualität liefern und dass man unsere Sachen lange tragen kann.

Wie prägen Frauen das Unternehmen Odd Molly?

Es ist uns wichtig, dass wir unsere Vision auch im Unternehmen verkörpern: Dabei zu helfen, dass es mehr Mollys gibt, Mädchen stärken, ihnen Selbstbewusstsein geben. Ich glaube, viele von uns sehen sich selbst als Mollys. Eine Atmosphäre, die neue Ideen zulässt und die Mut fördert, ist uns wichtig. Das resultiert in einem Team von Leuten, die sich trauen, einzustehen und Initiative zu ergreifen. In weiterer Folge führt das zum Beispiel dazu, dass wir sehr viel intern rekrutieren – weil es dadurch einfach wird, das Talent in den bestehenden Teams zu erkennen.

An wen wendet sich Odd Molly heute?

Der Fachhandel ist entscheidend für uns. Es ist uns wichtig, dass wir niemanden ausschließen, aber eine echte Molly ist eine, die Konventionen bricht und ihre eigenen Lebensträume verfolgt. Wir beschreiben uns manchmal als die Pippi Langstrumpf der Mode, die Frau, die wir ansprechen, traut sich was und will auch beachtet werden. Unser Design ist weiblich und schmeichelhaft und dafür gemacht, um an jeder Frau – unabhängig ihres Alters, ihrer Figur oder Hautfarbe – gut auszusehen.

Stichwort Digitalisierung – wie haben Sie sich der vielleicht größten Herausforderung im heutigen Unternehmertum gestellt?

Wir waren ziemlich früh dran, einen eigenen, dynamischen Onlineshop zu etablieren, schon 2011. Das gab uns das Rüstzeug, neue Trends im digitalen Marketing aufzugreifen. Es ist alles extrem schnell geworden. Da war es wichtig, dass wir immer nachjustieren, um in Produktion, Logistik, digitalem Marketing und technischen Lösungen auf der Höhe zu bleiben. Schnelligkeit wird immer entscheidender sein, daher war es unumgänglich, die Kompetenzen, die die Digitalisierung erfordert, im Haus aufzubauen. Doch Digitalisierung in allen Ehren: Wir dürfen das Erlebnis eines Einkaufs im Laden, von engagierten Fachkräften bedient zu werden, nicht vergessen. Das ist so wichtig für uns, global über den Multibrandhandel zu wachsen, ist oberste Priorität. Aus Konsumentensicht glauben wir, dass es essenziell ist, Odd Molly gemeinsam mit anderen Marken zu erleben.

Vom Geheimtipp zur internationalen Marke mit 40 Exportländern. Was haben Sie sich als nächstes mittelfristiges Ziel in diesem hart umkämpften Markt gesetzt?

Neue Märkte zu vertiefen und weiterhin mutig zu sein. Immer.

 

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