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Na-kd

Na-kd | style in progress

Need for Speed

Mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs, aber wohlüberlegt – die Modemarke Na-kd beweist, dass Schnelligkeit etwas ist, was man hervorragend planen kann. Dazu hat sich das Führungsteam jetzt noch einmal verstärkt.

„Abverkaufsstatistiken sind per se ein Blick in die Vergangenheit – und eine Marke wie unsere, die verschiedene Editions pro Saison hat, kann man mit der klassischen rückwärtsgewandten Saisonabverkaufsrate ohnehin nicht messen“, sagt Magnus Hjörne, der zum ursprünglichen Gründer- und Eigentümerteam der schwedischen Fashionmarke Na-kd gehört.

Was interessiert eine Marke wie Na-kd auch die Vergangenheit? Daten zu erheben, die die Beschaffer bei Na-kd in allen zukünftigen Entscheidungen unterstützen, das wäre mal was! Kein Wunder also, dass man den Mann, der das zu können verspricht, gleich mit Haut und Haaren an Bord geholt hat. Mike Mikkelborg war für viele große Modemarken von Gant bis zu Fast-Fashion-Anbietern wie Mr Price oder New Look tätig. „Ich war ehrlich gesagt nach 25 Jahren zu Tode gelangweilt, ich wollte aus der Modebranche aussteigen, weil es so gar nichts Neues gab. In der Mode reden viele über nötige Veränderungen, aber nichts passiert“, analysiert der gebürtige Schwede. „Als ich das erste Mal auf Jarno Vanhatapio, den Gründer von Na-kd traf, war sofort klar, dass wir im jeweils anderen ein riesiges Potenzial sehen.“ Kein Wunder, hatte Mike Mikkelborg doch kurz vorher das Beratungsunternehmen Pilot Digital aufgebaut, das Einkäufern großer Marken oder Ketten die Optimierung der Beschaffungskette in besser organsierten, intelligenten und vor allem digitalen Prozessen ermöglicht. Unternehmerischer Geist, wie ihn Na-kd liebt, radikal zukunftsorientiert. Weil Na-kd immer aufs Ganze geht, ist Mike Mikkelborg seit 1. Juli 2018 an Bord. „Eines der wichtigsten Assets in unserer jungen Geschichte“, streut ihm Magnus Hjörne Rosen.

Klassenbester werden: der neue Zara mit Amazon-Tugenden

Die Benchmark in der Time-to-Market-Zeit, die man mit Mike Mikkelborgs Hilfe, schaffen will, ist klar definiert: Zara. In Sachen Planung steht wohl das Amazon-Modell Pate: Jeff Bezos ist bekanntermaßen kein Margenfetischist – lieber die richtige Menge eines Produktes als Abschriften wegen Überhängen, lautet dort das goldene Prinzip. Bei Na-kd schickt man sich an, Hypes vorhersehbar zu machen. Magnus Hjörne formuliert das so: „Was nützt dir das beste Teil, wenn du davon nur 30 Stück hast, aber eigentlich 3.000 verkaufen könntest?“ Unwägbarkeiten, vor denen jede Marke jeden Tag steht – lösen kann das Dilemma aber nur, wer sein Big-Data-Ohr nahe an der Zielgruppe hat. „Es ist eine unglaubliche Chance, diese Megakommunikationsmaschine, die Na-kd mit seiner Zielgruppe verbindet, mit der klassenbesten internen Planungsmaschine zu verheiraten. Das erlaubt uns, agiler und schneller als alle anderen im Markt zu werden. Trends schnell zum Konsumenten zu bringen, war immer mein Herzensprojekt – aber erstmals in meiner Karriere finde ich die perfekten Voraussetzungen, alles zu vereinen. Wenn man sich heute die Topperformer im Markt ansieht, dann sind es jene, die schnell reagieren können – was schnell kommt und sich schnell dreht, muss man nicht reduzieren, man hat weniger Übergänge und einen glücklichen Konsumenten. Und all das vereinen wir mit der Fähigkeit, diese Freshness, auch auf die Straße zu bringen. Wir können Trends genauso gut antizipieren, wie wir sie kommunizieren können – ein unglaublicher Vorteil.“ Gerade der Part des Antizipierens macht Na-kds Vorsprung deutlich: „Wir können den Bedarf anhand externer Daten planen – eben nicht nur der internen Daten, die ja sehr subjektiv sind. Wir haben sozusagen einen externen Blick, können analysieren, was der Markt macht, was Influencer machen, was Trending Topics und Trends online sind.“ Was nach Big Data Rocket Science klingt, ist tatsächlich eine – doch das junge Unternehmen ist der perfekte Ort, dieses neue Denken und Handeln zu implementieren. „Das ganze Team ist jung, agil, jeder hat den absoluten Willen, es besser, smarter, schneller zu machen – das ist sehr außergewöhnlich“, sagt Mike Mikkelson.

Zauberformel für den Handel

Der Handel muss die Zaubermaschine von Na-kd vielleicht nicht in allen technischen Details verstehen. Magnus Hjörne: „Die Sicherheit, die wir unseren Handelspartnern geben können, ist: Na-kd nützt eine Menge interner und externer Daten, um das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge auf der Fläche zu haben. Wir arbeiten jeden Tag daran, das zu perfektionieren.“ Mike Mikkelborg steckt das Ziel ambitioniert: „30 Tage Time-to-Consumer sind mein Traum.“