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Eine interne Marketingabteilung für Mitarbeiter

style in progress - Floris van Bommel

So wie mit aller Raffinesse um die Gunst des Kunden geworben wird, muss auch um die der Mitarbeiter geworben werden.

Ein Kommentar von Floris van Bommel, Creative Director Floris van Bommel

Marketing wurde irgendwann in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts erfunden. Vereinfacht gesagt, hat sich irgendwann irgendjemand gedacht: Wenn ein Unternehmen die Bedürfnisse seiner Kunden immer mehr weckt, füttert und in den Vordergrund stellt, dann wird es für das Unternehmen immer besser. Noch mehr Umsatz, noch mehr Steigerung, noch mehr Marktanteile! Das ist natürlich absolut folgerichtig und wahr. Und fast jedes Unternehmen hat sich entsprechend ausgerichtet und diese heute zuweilen ausgeartete „Philosophie“ mit sich gegenseitig überholender Geschwindigkeit übernommen. Das Seltsame ist, dass eine vergleichbare Philosophie, ohne äußeren Wettbewerb-Kick, umgedreht und nach innen gerichtet plötzlich viel weniger selbstverständlich und angeheizt ist, sobald es um Personal und Mitarbeiter geht. Es scheint immer noch, so zu sein, dass am Ende des Tages doch gilt, dass Menschlichkeit, Loyalität, Beständigkeit und Ehrlichkeit alleine mit einem gewissen Gehalt gekauft werden können. Rekrutierungsprozesse sind heute enorm ausgereift. Das Wissen über Rechte und Pflichten von Mitarbeitern ist bis ins Tiefste ausgeklügelt und formuliert. Altmodische, einfache Wärme, die bindet und hält, ist jedoch oft schwer zu finden. Ausnahmen bilden häufig Familienunternehmen, besonders die mittleren und kleinen. Auch unsere Company gehört zu dieser Kategorie. Traditionell fühlen wir uns hautnah in das persönliche Auf und Ab unserer Mitarbeiter eingebunden. Wir leben mit ihnen, führen über Jahrzehnte menschliche Beziehungen, die auch mal unbequem werden können, binden mit ein, berücksichtigen die persönliche Herkunft und lassen je nach Position und Funktion auch am Gewinn teilhaben.

Mitarbeiter sind das Herz eines Unternehmens findet Floris van Bommel.

Das Herz des Unternehmens

Viele Unternehmen haben mit Personalproblemen zu kämpfen. Der Markt ist überlastet, die Fluktuation hoch, Talente sind schwer zu finden, geschweige denn zu halten. Die Lösung dieser Probleme ist immer im Herzen des Unternehmens zu finden. Es geht um die innere Absicht, mit der das Management mit seinen Mitarbeitern umgeht. Versuchen sie Mitarbeiter zufrieden zu stellen oder kümmern sie sich tatsächlich um deren Bedürfnisse. In unserem Werk in Moergestel stehen z. B. Menschen hinter Maschinen, die jeden Tag an der Produktion von Schuhen arbeiten. Einige tun dies schon seit mehr als 40 Jahren. Einige dieser Senior-Mitarbeiter kenne ich schon, seitdem ich ein Junge war. Sie berichten mir regelmäßig von Wochenendausflügen oder Urlauben, wo und wann sie unsere Schuhe in Geschäften gesehen haben. Sie sind stolz, fühlen sich eingebunden, sind Teil des Ganzen. Umgekehrt gilt dies auch für Kollegen aus der Buchhaltung, dem Vertrieb, Marketing oder Design. Niemand arbeitet isoliert. Alle sehen tagtäglich am fertigen Produkt, wofür sie arbeiten.

Mit Herzblut kümmern

Es klingt wahrscheinlich simpel und profan: Mitarbeiter sind normale Menschen. Genau wie in ihrer privaten Zeit brauchen sie Aufmerksamkeit, Anerkennung, Sicherheit, Freundlichkeit und Menschlichkeit, sich vertiefende Beziehungen, das Gefühl, wichtig zu sein, egal, was ihre Aufgabe ist. Unternehmen mit einem Management, das dies ernsthaft beherzigt, werden in allen Bereichen bessere Ergebnisse erzielen. In einem Familienunternehmen geschieht dies häufig automatisch. „Menschliche Güte“ ist auf eine selbstverständlichere Art vorhanden. Daher schlage ich vor, dass „interne Marketingabteilungen“ ab sofort verbindlich sind. So wie sich Marketingabteilungen mit Besessenheit auf den Verbraucher fokussieren, ist ihre Aufgabe, sich mit Herzblut um die Bedürfnisse des Mitarbeiters zu kümmern.