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Fashion Cloud | „Plattformen bewahren die Vielfalt in der Modewelt“

Fashion Cloud | „Plattformen bewahren die Vielfalt in der Modewelt“

Ihr Geschäftsmodell beruht auf dem Kooperationsgedanken und spart Zeit. Ist die Mode reif für Kooperation?

René Schnellen, Mitgründer von Fashion Cloud: Die Mode, im Besonderen das Wholesale-Business, beruht bereits auf Kooperationen und einer gemeinsamen Wertschöpfung.

Die Frage ist vielmehr, ob diese Kooperationen effizient genutzt werden und der Informationsaustausch optimal gestaltet wird. Obwohl es in diesem Punkt noch Nachholbedarf gibt, sehen wir, dass sich Brands und Händler der Notwendigkeit von einfacheren Prozessen und einer engeren Zusammenarbeit bewusst sind –  nicht zuletzt aufgrund konkurrierender Geschäftsmodelle und steigender Kundenanforderungen. Das zeigt sich auch an unserer Plattform: Über 6.000 Händler und 350 Brands gehören mittlerweile zu Fashion Cloud und arbeiten gemeinsam an einer starken Wholesale Community.

Beschreiben Sie, wie die Kooperation in Ihrem Geschäftsmodell Prozesse effizienter, billiger oder gar ersetzbar macht?

Unser Fokus liegt nicht auf dem Ersetzen bestehender Prozesse. Mit der Bereitstellung einer zentralen Lösung, die Online- und Offlinewelten verbindet, gestalten wir die Prozesse allerdings smarter und effizienter. Produktbilder und Marketingmaterialien müssen nicht mehr einzeln angefragt und verschickt werden, sondern können direkt über unsere API in Warenwirtschaften und Webshops integriert oder lieferantenübergreifend von unserer Web-Plattform heruntergeladen werden. Auch der Orderprozess mit Showrooms und Nachbestellungen wird nicht gänzlich ersetzt. Mit OrderWriter ermöglichen wir jedoch eine einfachere Ordererfassung für Brands und Händler. Im Showroom selbst, aber auch bei der späteren Nachverfolgung erhalten Einkäufer mit der App eine visuelle und finanzielle Übersicht ihrer Orders und behalten so den Überblick über bereits getätigte Bestellungen. Fehlt ein Artikel auf der Verkaufsfläche, greifen Verkäufer hingegen über die Clara App auf aktuelle Lieferverfügbarkeiten all ihrer Brands zu und bestellen diese mit nur wenigen Klicks nach. Ab Herbst 2019 wird dieses Angebot mit dem Orderbereich auf unserer Web-Plattform ergänzt, welcher es Brands ermöglicht, auch außerhalb des Showrooms und der Verkaufsfläche Händler zu erreichen. Mit einer All-in-one-Lösung sparen beide Seiten nicht nur Zeit und Geld, sondern bieten ihren Kunden auch zusätzliche Services, wie die direkte Nachbestellung auf Kundenwunsch und eine starke Onlinepräsenz, an.

Die Modebranche beeindruckt – das meine ich durchaus ironisch – mit ihren vielen Insellösungen und wenigen Standards. Müssen wir das ändern, wenn wir in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben wollen?

Als Plattform glauben wir nicht an Insellösungen und Standards. Es braucht zentrale Anlaufstellen, um einen reibungsfreien Austausch zwischen allen Playern der Modebranche zu gewährleisten. Nur so können wir einzelne, mächtige Akteure verhindern und bewahren die Vielfalt der Modebranche. So unterstützt Fashion Cloud auch verschiedene Initiativen der GS1, um z. B. standardisierte Produktbilder und Stammdaten in der Branche zu etablieren.

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