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Erika Cavallini

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Erika Cavallini: „Die Mode rückt näher an den Alltag heran“

Ihr Stil ist von klaren Linien geprägt, mitunter avantgardistisch, dabei immer feminin. Mit ihren Kollektionen Erika Cavallini und der Zweitlinie Semi Couture ist die gleichnamige Italienerin international erfolgreich und hat sich damit von der klassischen Rolle italienischer Frauen klar emanzipiert.

Erika Cavallini, war Ihr Weg als Modedesignerin klar vorgezeichnet?

Ich habe nach Abschluss der Kunstschule so lange als Beraterin gearbeitet, bis ich müde war, die Ziele anderer zu verfolgen. Eigentlich wollte ich gemeinsam mit meiner Schwester ein Lokal eröffnen, aber dann kam mir in jenem Sommer 2008 auf einem provencalischen Markt plötzlich die Idee, eine Kollektion von zehn Teilen für meine Freundinnen zu entwerfen. Damit begann das Abenteuer! Heute arbeite ich in einer Gruppe, die vier weitere Marken besitzt und wenn ich sagen soll, was mich dahin gebracht hat, dann ist es sicherlich Hingabe und Teamwork.

Welcher Herausforderung stellt sich gerade einer Italienerin mit beruflichen Ambitionen?

Ich möchte es so ausdrücken: Die italienische Auffassung von Familie, die unser Land stark prägt, unterstützt den Werdegang einer Frau, die weder auf die Karriere noch auf die Familie verzichten will, sicherlich nicht.

 Gerade die italienische Mode hat das Image, geschmückter zu sein, was eher zu einer Frau passt, die ihr gesellschaftliches Leben pflegt, denn arbeitet. Ändert sich das Rollenverständnis?

Die Mode heute rückt näher an den Alltag heran. Ich selbst gehe bei dem Entwurf meiner Kollektionen von mir aus und entwerfe das, was ich selbst zwischen Büro, Terminen und Abendessen mit Freunden anziehen würde. So war meine vorletzte Winterkollektion auch von Frauenpower geprägt, um das Bewusstsein der eigenen Stärke und der maßgeblichen Rolle einer Frau zum Ausdruck zu bringen, mit starken Schultern, figurbetonten Linien und klaren Silhouetten. Im vergangenen Sommer habe ich dann viele verschiedene Frauen zwischen 20 und 70 Jahren auf den Laufsteg geschickt: echte, berufstätige Frauen, die eine aktive Rolle in der Gesellschaft und im Alltag spielen. Denn meine Mode, meine Vorstellung von Schönheit unterliegt keinem einschränkenden Schema.

Sie sammeln mit großer Passion Möbel und andere Interieurgegenstände. Spielt das auch in Ihre Kollektionen hinein?

Design aller Art ist meine große Leidenschaft, die mir sicherlich hilft, kreativ zu arbeiten. Ich liebe es, Dinge zu sammeln, und ich gestalte auch gerne Räume. Wie zum Beispiel mein Geschäft in der Via della Spiga in Mailand, das ich in wunderbarem Teamwork mit dem Amo Studio Design aus meiner Heimatstadt Modena gestaltet habe. Mit schönen Materialien, wenig Überbauten und farblicher Ausgewogenheit, die mit echten Fundstücken abgerundet wurde. Damit ist ein Projekt entstanden, das ich als meines empfinde und das mich voll und ganz widerspiegelt.

In welche Richtung wird sich Ihre Kollektion weiterbewegen?

Ich stelle mir eine Frau vor, die immer eleganter und anspruchsvoller wird, ohne je maßlos zu sein. Heute ist Wiederverwertung ein sehr wichtiges Thema für mich. Seit jeher baue ich in meine Kollektionen einzigartige Teile ein, indem ich Vintage-Stücke in etwas Neues verwandle. Das ist eine zwar aufwändige Arbeit, hat aber einen hohen symbolischen Wert, weil die Personalisierung und die Einzigartigkeit unseren Kundinnen in Zukunft immer mehr am Herzen liegen wird.

 

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