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Mey | Eine neue Dimension

Mey | Eine neue Dimension

Mey style in progress Interview

Foto: Ein Grund zu feiern: Die Marke Mey macht jetzt auch Multilabel.

Mey macht Multilabel – jetzt eröffnet ihr in Heidelberg den ersten Mes Amis Store, der neben Mey weitere Marken führt. Mit was für einem Gefühl siehst du der Eröffnung entgegen?

Matthias Mey, Managing Director Mey: Ich bin natürlich total gespannt und aufgeregt. Nachdem wir 2019 mit Uhlig am Dom in Mainz und Grazia in Salzburg zwei bestehende Multilabelkonzepte übernommen haben, ist Mes Amis in Heidelberg der erste Store, mit dem wir bei Null starten und der allein unsere Handschrift trägt. Das eröffnet uns eine ganz neue Dimension unserer Retailstrategie.

Was lernt man als Marke im Multilabelbusiness?

Ein Multilabelstore ist auch eine Spielwiese, weil wir etwas ausprobieren können. Als Ankermarke wird Mey voraussichtlich 50 bis 60 Prozent des Umsatzes generieren, zumal wir über ein breites Angebot von Dessous über Nachtwäsche bis Loungewear verfügen. In bestimmten Segmenten gibt es hervorragende Spezialisten, über die wir unsere eigenen Sortimente ergänzen können. Das ist zum Beispiel Bademode von Marian Mehlhorn, Pain de Sucre, DnuD und Naturkosmetik von GreenGlam, ein für uns besonders vielversprechendes Feld. Wir wollen Mes Amis von der Kundin aus denken und ihr einen spannend kuratierten Markenmix in einer Wohlfühlwelt bieten. Mit ihrem Besuch im Geschäft gönnt sie sich etwas Gutes, wie bei einem Wellnesstermin.

Provokant gefragt: Sind Marken womöglich die besseren Händler?

Das ist mir zu pauschal. Ich orientiere mich an den Besten im Handel und sicher werden wir noch viel Lehrgeld bezahlen müssen. Aber wenn ich aus Markensicht über Multichannel spreche, muss ich mich neben online auch mit Brick and Mortar beschäftigen. Ich sehe im stationären Geschäft eine Riesenchance, das mit Beratung und Erlebnis punkten kann. Häuser wie zum Beispiel Engelhorn, Breuninger oder Ludwig Beck präsentieren unsere Marke so, wie wir uns heute sehen. In den letzten vier Jahren hat Mey eine immense Transformation zur Bodywear-Lifestylemarke durchlaufen. Doch so manche Konsumenten haben uns noch als klassischen Wäschehersteller abgespeichert. Die Mes Amis Geschäfte bieten eine weitere Gelegenheit, sie mit unserer Modernität zu überraschen.

Gute Multilabelgeschäfte werden oft von der Persönlichkeit ihrer Inhaber geprägt. Wie löst ihr das in euren Geschäften, die ja von Mey gemanagt werden?

Bei schon bestehenden Handelskonzepten bemühen wir uns, die Mitarbeiter und die Storeleitung zu übernehmen, wie auch bei dem Store Mes Amis in Aschaffenburg, den wir im April eröffnen werden. Uns ist wichtig, ihnen unsere Vision weiterzugeben, legen aber auch Wert auf Eigenverantwortlichkeit und flache Strukturen. Nicht jeder will eine neue Ära mitgestalten, aber viele begreifen darin auch eine große Chance.

Mes Amis ist als Liebeserklärung an den Multilabelhandel zu verstehen. Ist Multilabel das neue Monolabel?

Wir führen beide Konzepte weiter, abhängig vom Standort und der Größe des Ladenlokals. Stores sind die Bühne einer Marke; wir wären mit Mey nicht an dem Punkt, wo wir sind, hätten wir uns nicht schon einige Jahre auch über unsere Monolabelstores bewiesen. Mit Mes Amis zeigen wir ganz neue Möglichkeiten des Wäschehandels auf. Spannend kuratierte Wäscheflächen haben viel Potenzial für größere Handelshäuser und können zusätzliche Frequenz generieren, das ist vielen Händlern nicht bewusst. Es macht uns viel Spaß, diese individuellen Konzepte zu entwickeln! Denn Mes Amis kann auch für Multibrandanbieter ein Multiplikator sein.

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