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Cruna | Der Erfolg aller ist das Ziel

Cruna | Der Erfolg aller ist das Ziel

Cruna, der Hosenhersteller aus Vicenza, geht trotz globaler Krise auf Expansionskurs und setzt dabei auf die D-A-CH-Region. style in progress hat mit den zwei Gründern der Marke, Alessandro Fasolo und Tommaso Pinotti, über die Erkenntnisse dieser Zeit und die Zukunft gesprochen.

Interview: Janaina Engelmann-Brothánek. Fotos: Cruna

Cruna ist relativ neu, kam erst 2014 auf den Markt. Ist diese Jungunternehmermentalität in diesen Zeiten ein Vorteil – zum Beispiel beim Thema Digitalisierung?

Alessandro Fasolo: Digitalisierung ist ein wichtiges Thema, das wussten wir schon vor der Krise. Für 2025 wird prognostiziert, dass 30 Prozent des Umsatzes in der Mode online erzielt werden. Die Pandemie hat diese Entwicklung beschleunigt. Wir haben einen digitalen Showroom und eine B2B-Plattform etabliert, digitale Verkaufskanäle sind ein wichtiger Teil unseres Businessplans. Wir haben uns mit sozialen Medien intensiv auseinandergesetzt und glauben an eine Omnichannel-Strategie. Trotzdem bleiben wir eine großhandelsorientierte Marke und die Beziehungen zu unseren B2B-Partnern sind unser größtes Asset. Im Physischen sind wir Experten, nun geben wir dieser Expertise noch digitalen Approach on top. Wir nennen es phy-gital, wir stellen die Läden auch in unserer Digitalstrategie in den Mittelpunkt. Als junge Firma haben wir die Flexibilität und können uns schnell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Es ist uns wichtig, dass wir das gemeinsam mit unseren Partnern tun, als gemeinsame Stimme, die Antwort auf die neuen Bedürfnisse des Kunden gibt.  

Wie steht ihr zu Nachhaltigkeit?

Tommaso Pinotti: Nachhaltig ist für uns ein Produkt, das lokal hergestellt wird und höchste Qualität aufweist. Wir lassen unsere Kollektionen komplett hier im Veneto von kleinen und mittelständischen Unternehmen herstellen. Wir stehen mit diesen Handwerkern täglich im Kontakt und können alle Prozesse begleiten. Eine Hose, die schön verarbeitet ist, trägst du für immer. Das ist nachhaltig. Zudem haben wir die Natural Wonders Capsule lanciert. Eine Kollektion aus 100 Prozent natürlichen Fasern: Baumwolle, Leinen und Wolle. Wir sind mit dem Ergebnis sehr glücklich und werden diese Capsules fortsetzen.

Welche Erkenntnis hat 2020 gebracht?

Tommaso Pinotti: Wir haben festgestellt, wie wichtig gute Kommunikation in der gesamten Lieferkette ist. Im letzten Jahr waren offene Gespräche mit Lieferanten und Einzelhändlern wesentlich, um Prozesse zu verbessern. Daraus ist unglaublicher Zusammenhalt entstanden. Wir sind ein Team und der Erfolg aller, nicht nur der des Einzelnen, ist das Ziel. Wir glauben an eine offene Gesellschaft, in der Kooperation und ein inklusiver Zugang essenziell sind. Trotz voranschreitender Digitalisierung hat der menschliche Austausch gewonnen. Wir sind uns nähergekommen und davon profitiert das Unternehmen und alle, die daran hängen.

Wie sind eure Zukunftsaussichten?

Alessandro Fasolo: Wir haben uns die ersten Jahre überwiegend auf den Heimatmarkt konzentriert und sind stolz auf das Ergebnis – wir zählen ca. 120 Points of Sale in Italien. Die internationale Expansion, und auch außerhalb Italiens als Marke wahrgenommen zu werden, sind jetzt unser Fokus. Die D-A-CH-Region haben wir deshalb zur strategischen Priorität gemacht, weil dort die Konsumenten ein Faible für qualitative und handgefertigte Produkte haben. Deshalb haben wir mit unserem Agenten, Elvis Giglione von Elvis Fashion, an einer speziell für diesen Markt entwickelten Kollektion gearbeitet und sind voller Zuversicht. Für die Zukunft haben wir große Ambitionen, wir wollen eine Männermarke sein, die den italienischen Stil exportiert und die man für ihre Kompetenz, die Premiumhose, kennt.

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