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Besser machen

Besser machen

style in pogress | Stephan Huber

„Handel im Wandel“ war schon vor beinahe 30 Jahren eine ebenso beliebte wie abgedroschene Headline. Heute krame ich sie völlig unironisch wieder hervor. Denn zumindest gefühlt war sie nie zutreffender. Digitalisierung, Kryptowährungen, Künstliche Intelligenz, kassenlose Stores… nicht wenige selbsternannte oder auch tatsächliche Experten entwerfen ein regelrecht dystopisches Bild wenn sie die Zukunft des (stationären) Handels skizzieren.

Ich habe mich, auch an dieser Stelle, sehr oft mit diesen Veränderungen befasst. Und mein Blick darauf war, in vollem Bewusstsein, dass wir tatsächlich das It-Word der Stunde, nämlich Disruption verwenden dürfen um Impakt und Geschwindigkeit dieses Wandels zu beschreiben, dennoch immer positiv. Und zwar positiv was die Zukunft des stationären Handels betrifft. Genauer gesagt, die Bedeutung des stationären Kanals innerhalb der Omnichannel-Realität eines von den Endverbrauchern bestimmten Marktes. (Siehe Editor’s Letter Style in Progress 4_18).

Für meinen Optimismus gilt aber eine, nicht ganz unwesentliche Einschränkung: In der aktuellen Situation reicht es nicht, einfach passiv irgendwie mitzuschwimmen in der Hoffnung, sich so irgendwie durchmogeln zu können. Die von vielen beschworenen „guten alten Zeiten“ kommen nicht zurück. Doug Stephens drückt es im Longview dieser Ausgabe noch ein wenig drastischer aus: „Wer sich an die Vergangenheit klammert, kann die Zukunft nicht mit offenen Armen empfangen. Die Ära, in die wir aufbrechen, hat mit der alten nichts gemein. Wenn wir also die alte nicht sterben lassen, können wir niemals erfolgreich in die neue starten.“

Ich stimme dem zu, muss aber etwas Wesentliches ergänzen. Die neue Ära, von der Stephens spricht, und sie hat längst begonnen, verlangt nämlich gar nicht, dass alles und jedes neu erfunden oder anders gemacht werden muss. In vieler Hinsicht geht es vielmehr um eine Rückbesinnung auf Selbstverständlichkeiten, die in einer fast nur noch umsatzgetriebenen Wirtschaft zunehmend verblasst sind.

Das große Bild: Die freie Marktwirtschaft als Fundament einer demokratischen Gesellschaft muss von uns allen gegen ihre Feinde von innen verteidigt werden. Also gegen jene, die dieses Fundament gezielt untergraben indem sie ständig den Unfug wiederholen, dass Freiheit bedeutet, dass es keine Regeln gibt
Das kleine, persönliche Bild: Service, Service, Service…egal auf welchem Kanal. Die Kunden tatsächlich ernst nehmen! Storytelling. Investitionen in das Personal!!! Offen sein für Ideen von Mitarbeitern. Auch oder insbesondere für junge Ideen. Mut ausgetretene Wege zu hinterfragen, beispielsweise im Sortiment. Nur kaufen, was man auch verkaufen kann! Dabei aber offen sein für Neues, Überraschendes. Die Digitalisierung endlich als Chance begreifen! Die Kunden tatsächlich ernst nehmen! (Stimmt…das hatte ich schon. Aber man kann es nicht oft genug betonen.) Kurz gesagt: Einfach besser machen! Das ist es nämlich, was die neue Ära von uns allen verlangt. Und das werden wir auch schaffen!

 

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