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Orderbilanz Select Studio Bernard Waage

Orderbilanz Select Studio Bernard Waage

SIPON_Orderbilanz Bernard Waage
Love it or leave it Marken sind der Gewinner

Mit seiner Spezialisierung auf Marken aus dem skandinavischen Raum ist Select Studio für viele Händler Anlaufstelle für Contemporary und Cutting Edge Brands. Im Interview mit style in progress verrät Inhaber Bernard Waage, wer für ihn zu den Gewinnern zählt.

Welche Dinge haben in dieser außergewöhnlichen Situation gut funktioniert?

Alles, was polarisiert und ganz klar Stellung bezieht. Ich nenne sie die love it or leave it Marken, also Marken wie Munthe, die bei den Kunden eine Reaktion provozieren. Ich freue mich über die große Offenheit, die unsere Kunden in dieser Saison mitgebracht haben. Sie haben sich nicht nur die Marken, die sie schon kennen oder schreiben angeschaut, sondern sich das gesamte Portfolio zeigen lassen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es jetzt allen klar ist, dass Differenzierung zu Online nur durch Individualisierung der Sortimente zu schaffen ist.

Gibt es Segmente, die gelitten haben?

Selbstverständlich gibt es die auch, die ganz klassische Konfektion zum Beispiel – was ich allerdings nur aus den Gesprächen während der Order wiedergeben kann, da wir ja keine Marke mehr im Segment haben, die auf dieses Segment zielt. Ich denke auch, dass viele Händler die Konsequenzen gezogen haben, wenn Marken nicht partnerschaftlich gearbeitet haben in diesen schwierigen Zeiten. Aber auch das nur aus der Erzählung, bei unseren Marken war die Partnerschaft hervorragend. Uns hat auch geholfen, dass der gesamte nordeuropäische Raum, insbesondere Schweden, ja keinen Lockdown im gleichen Ausmaß durchgemacht hat. So konnte man den in Deutschland betroffenen Händlern besser unter die Arme greifen.

Wenn Du nun auf diese so außergewöhnliche Situation zurückblickst, gab es auch etwas Gutes?

Definitiv. Der Moment des Innehaltens war für uns alle gut. Ich bin sehr demütig für die Gesundheit, für meine Familie, für die Offenheit, in der in unserem Team ab der Stunde Null des Lockdowns über die Situation gesprochen wurde. Das alles hat eine neue Qualität gebracht, wir sind mit viel Vorsicht, aber auch Stärke in die Saison gegangen. Zu erleben, dass die Kunden diese Offenheit spiegeln, hat mich tief berührt. Ich hoffe, dass wir uns einiges von diesem Bewusstsein auch bewahren. Dieses ständige Ins-Flugzeug-Springen und für einen zwei Stunden Termin durch halb Europa fliegen, grotesk. Das war völlig unreflektiert und heute wissen wir, dass man dieses Meeting auch virtuell machen kann.

Apropos virtuell – wie lief es mit der digitalen Order?

Gerade zu Beginn der Saison haben einige Kunden wie Zalando oder Breuninger ausschließlich auf digitale Order gesetzt, was wir oft durch Videokonferenzen noch unterstützt haben, per Videotelefonat Styles und Modelle gezeigt, die sich online nicht selbst erklärt haben. Ich fand es gut zu wissen, dass auch das funktionieren kann. Was mich besonders beeindruckt hat, ist dass viele Kunden die Onlinetools genutzt haben, um sich intensiv auf einen Termin vorzubereiten. Die Termine werden so für beide Seiten effektiver und effizienter. Insbesondere, da die gewonnene Zeit oft genutzt wurde, um sich auch noch andere Kollektionen im Showroom anzusehen.

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