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„Hoffnung ist das Wichtigste“

„Hoffnung ist das Wichtigste“

Die Agentin Meta Pesch hat mit einer WhatsApp-Gruppe zahlreiche Händler durch die Phase des Shutdowns begleitet. Mit style in progress sprach sie über Hoffnung, Digitalisierung und ihre Hoffnung für „danach“.
Meta, Du hast spontan eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der sich Händler während des Shutdowns austauschen konnten und in der sie Tipps von Experten bekommen haben. Was war deine Motivation und was hat dich angespornt?

„Es war eine absolut spontane Idee, morgens im Badezimmer. Ich habe in diesen Wochen unzählige Stunden investiert, nicht nur innerhalb der Gruppe, sondern auch in persönliche Gespräche, Austausch mit Experten und und und. Besonders schön war es, dann zu hören, dass zwei aus der Gruppe sogar mit Plus zum Vorjahr abgeschlossen haben. Das ist natürlich die Ausnahme, andere erreichen ein Viertel oder Drittel des Vorjahres März-Umsatz oder etwas weniger, aber ich freue mich über jeden Händler, der zumindest ein bisschen seines Umsatzes retten konnte. Diese Beispiele haben alle sehr viel Hoffnung gegeben, Hoffnung ist das Wichtigste. Außerdem hat mich die Zusammengehörigkeit motiviert, ich war beeindruckt, wie bereits erfolgreiche oder digital-affine Händler ihren Kollegen bereitwillig Tipps gegeben haben.“

COVID-19 war ein Digitalisierungsbooster, wird das jetzt weiterhin so bleiben?

„Das hoffe ich, ohne Kundenansprache auf digitalem Weg sehe ich auch bei wiedergeöffneten Läden keine goldene Zukunft mehr. Das ist heute einfach ein Muss. Hoffentlich verfolgen die Händler diesen Weg auch, wenn die Läden wieder offen haben.“

Was prognostizierst du deinem eigenen Berufsstand, den Agenten?

„Diese Krise hat gelehrt, dass Agenten eine unabkömmliche Schnittstelle zwischen Händler und Marke sind. Ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis ist enorm wichtig, schließlich müssen wir jetzt auch für heikle Themen eine gute Gesprächsbasis haben. Ich hoffe, dass die Händler Verständnis haben, dass wir jetzt auch um die Existenz unserer Lieferanten und Marken kämpfen müssen. Weder Agenten noch Marken können die Funktion eines Kreditinstitutes übernehmen. Natürlich versucht man Kompromisse zu finden. Eh klar. Aber sehr oft werden hier die finanziellen Möglichkeiten von Vertreter und Marke überschätzt. Wir müssen jetzt Solidarität zeigen, im Dialog bleiben und uns gemeinsam anstrengen, das Schöne und Wertvolle in unserer Branche zu erhalten. Die individuellen Marken, die engagierten Agenten und die feinsinnigen Marken.“

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