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Vom Zauber des kuratierten Zufalls

Vom Zauber des kuratierten Zufalls

style in progress Alyssa und Giannina Haupt

von Stephan Huber

Gestern bin ich, zu fast jugendlich vorgerückter Stunde, an der ziemlich lässigen Root Bar im ziemlich lässigen und ziemlich neuen Hotel Telegraphenamt in Berlin Alfons Kaiser in die Arme gelaufen. Worüber ich mich sehr gefreut habe. Wir haben uns lange nicht persönlich getroffen, im Laufe der Jahre auch gar nicht so oft. Aber es war jedes Mal ein echter Gewinn. Diese Begegnung im Rahmen eines wunderbaren Abends zur Feier des 20jährigen Jubiläums der Premium, war der letzte in einer ganzen Reihe von gewinnbringenden kuratierten Zufällen, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass meine Tage, sehr intensive und lange Tage in Berlin ein voller Erfolg waren. Dass nämlich beispielsweise Wiener Schnitzel-Socializing im Borchardt Teil meiner Arbeit ist, diese Arbeit also auf sehr vielen Ebenen mit sehr viel Spaß verbunden ist, ist ohne Frage ein echtes Privileg. Spaß ist ein mächtiger Motor, die persönliche Begegnung mit Menschen erst recht. Eine eherne und ewige Wahrheit unserer Branche lautet: „It’s a peoples business!“ Mehr denn ja sogar. Dafür die Plattform zu schaffen, nicht nur räumlich, sondern auch intellektuell Ort der Begegnung und Impulsgeber gleichzeitig zu sein, ist die zentrale Aufgabe einer Messe. Und das ist in Berlin einmal mehr gelungen.  In einem ohne Frage sehr herausfordernden Umfeld. Dass wieder ein gemeinsamer Termin mit der Berlin Fashion Week gefunden werden konnte, war dafür ebenso ein wichtiger Beitrag wie die Vielzahl an kleinen und großen Off-Events, mit denen die Stadt bespielt worden ist. Also gerne noch einmal: Ich hatte eine richtig gute Zeit.

Das „Aber“, das jetzt vielen von euch regelrecht auf der Zunge brennt, ist übrigens völlig gerechtfertigt. Konstruktive (!) Kritik ist immer gerechtfertigt. Sogar notwendig.  Allen ist bewusst, die Transformation der Messe as we know ist längst nicht abgeschlossen. Das neue Format, auf das sich wieder alle Player dieser Branche einigen können, noch nicht final definiert. Niemand weiß das besser und sagt das deutlicher als Anita Tillmann selbst. Mit ihrem Team wagt und gestaltet sie Transformation schließlich seit 20 Jahren. Und das wurde völlig berechtigt und gebührend ausgelassen gefeiert.

Gelingen kann dieses neue Format allerdings nur wenn alle oder zumindest sehr viele bereit sind, ihren Beitrag zu leisten. Wie war das doch gleich? Allein ist man schneller, gemeinsam kommt man weiter. Ich jedenfalls freue mich auch in Zukunft auf sehr viele kuratierte Zufälle.

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