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Gant | „Nachhaltigkeit ist kein Feld für Wettbewerb!“

Gant | „Nachhaltigkeit ist kein Feld für Wettbewerb!“

Never stop learning lautet das Credo von Gant. Die Company hat ihre Ziele für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz hoch gesteckt. Dafür hat Global Sustainability Director Jessica Cederberg mit ihrem Team eine klare Strategie entwickelt.

Interview: Nicoletta Schaper. Foto: Gant

Werden Nachhaltigkeit und die Rückverfolgbarkeit der Supply Chain künftig über den Erfolg einer Marke entscheiden?

Eindeutig ja, was uns die wachsende Nachfrage sowohl bei B2B als auch von Konsumentenseite bestätigt. Was ich großartig finde! Transparenz ist der Schlüssel, um auch in Zukunft ein profitables Modeunternehmen zu sein. Vage Versprechen reichen nicht mehr und wir als Marke wollen dafür Sorge tragen, dass die Schritte der Supply Chain vom Rohmaterial über faire Arbeit in den Fabriken bis zum Kunden hin nachvollziehbar sind.

Klingt nach einer komplexen Aufgabe.

Sicher, und man muss bei jedem Schritt ansetzen. Aber sie zu lösen, ist nicht unmöglich. Unsere wichtigste Erkenntnis: Es braucht vor allem echte Partner in der Kette, die nur in enger Zusammenarbeit funktioniert. Den Weg zur Nachhaltigkeit geht man nicht allein und ebenso wenig ist Nachhaltigkeit ein Feld für Wettbewerb.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

In unserer Anfang 2020 veröffentlichten Strategie haben wir zum Beispiel festgehalten, dass unsere Baumwolle bis 2022 zu 100 Prozent aus rückverfolgbaren, nachhaltigen Quellen stammen soll. Bis 2025 wollen wir sicherstellen, dass all unsere Hauptmaterialien zu 100 Prozent nachhaltig bezogen werden. Heute liegt der Anteil bei 55 Prozent. Hinzu kommt der soziale und ethische Aspekt, für den wir ein Social-Compliance-Programm bis 2023 verfolgen. Alle Zulieferer müssen die Richtlinien einhalten, ebenso wie die Produktionsbetriebe, was wir auch durch unabhängige Dritte überprüfen lassen. Wir sind außerdem Teil verschiedener Mitgliedsprogramme und Initiativen wie die Better Cotton Initiative und der Charta für Klimaschutz der Modebranche, um nur zwei Beispiele zu nennen. Insgesamt ist eine offene Unternehmenskultur in unserer Markentradition fest verankert, die bis zum Konsumenten reichen soll, sei es über die Website oder Social Media sowie auch über Hangtags, die Aufschluss über die Materialien geben. Für mehr Traceability werden nicht nur wir bei Gant in digitale Tools investieren. Weil für mich klar ist, dass die Verantwortung nicht beim Konsumenten, sondern bei uns als Unternehmen beginnt.

Heißt das auch, dass das nachhaltige und rückverfolgbare Produkt mehr kostet?

Wir haben die Preise für die Konsumenten im Großen und Ganzen nicht erhöht, als wir auf nachhaltigere Materialien und Transparenz umgestiegen sind. Das war uns möglich, weil wir auf eine klare Art und Weise und in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und externen Drittpartei-Partnern stehen. Und wenn doch, so zahlt sich das Produkt in noch besserer Qualität aus. Ein Shirt aus hochwertiger Baumwolle ist langlebig und kann über 300 mal gewaschen werden. Genau da fängt Nachhaltigkeit an.

Global Sustainability Director Jessica Cederberg: „Nachhaltigkeit ist ein Lernprozess, der niemals endet. Das ist spannend und eröffnet uns viele Möglichkeiten.“

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