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Daddy’s Daughters | „Ich bin erfolgreich, weil ich nicht gierig bin“

Daddy’s Daughters | „Ich bin erfolgreich, weil ich nicht gierig bin“

Sie traut sich was: Meike Schilcher steht für ihr Label Daddy’s Daughters mit ihrer Persönlichkeit und geht für die auf Cashmere basierende Kollektion auch mal ungewohnte Wege. Ihre Kunden lieben sie dafür.

Interview: Nicoletta Schaper. Fotos: Daddy’s Daughters

Meike, nicht viele modeln selbst für die eigene Kollektion. Wie kam es dazu?

Ich habe damit im vergangenen März begonnen, weil wir zur neuen Kollektion einen Katalog brauchten. Das tolle Feedback von den Handelskunden, meinem eigenen Vertrieb und Freunden war eine echte Überraschung. Es gefällt ihnen, weil es zeigt, dass ich zu 100 Prozent für meine Kollektion stehe und dass es mir im Kern um Persönlichkeit geht.

Und um Kundennähe.

In Österreich wird Daddy’s Daughters von Meta Pesch vertrieben und manchmal komme ich zu den Ordergesprächen und frage die Händler, was wir besser machen können. Das sind sie von manch anderen Marken kaum gewohnt. Ich möchte für sie Partner und Mitstreiter sein, weshalb wir auch keinen Onlineshop haben und keine großen Filialisten bedienen. Mittlerweile haben wir rund 180 Kunden im deutschsprachigen Markt sowie Südtirol. In dieser Saison kommt Benelux hinzu, wo Daddy’s Daughters über die Agentur Bo Terry Fashion Agency in Amsterdam vertrieben wird. Ich bin gespannt!

Wie experimentierfreudig bist du?

Ich liebe es, zu überraschen und ergänze die zwei Hauptkollektionen, in denen es 100-prozentigen Cashmere sowie Blusen, Kleider und Röcke gibt, mit besonderen Kapseln. Vor zwei Jahren habe ich ein neues Garn für uns entdeckt: Cashmere umsponnenes Spandex, das megaflauschig und elastisch ist. Der Style von Daddy’s Daughters ist eher sportiv, aber jetzt habe ich mit der Make-up-Meisterin Sylvia Spitzbart aus Salzburg eine feminine Loungewear-Capsule entwickelt. Ich versuche, für unsere Kunden vorauszudenken. Wenn ich selbst an etwas glaube und das dem Kunden auch vermitteln kann, ist der erste Schritt auf neues Terrain kein Risiko.

Du hast früher für den Otto Konzern gearbeitet und später bei Eybl in Österreich den Zentraleinkauf Mode für Fremd- und Eigenmarken verantwortet. Kommt dir das zugute?

Ja. Ich arbeite konzeptionell und glaube, zu verstehen, was die Händler und Endverbraucherinnen wollen. Dabei hilft mir meine Produktkompetenz nach 30 Jahren in der Textilbranche und mein kleines, feines Netzwerk. Bevorzugt arbeite ich mit kleineren Bertrieben, für die ich mich sozial mitverantwortlich fühle. Unser Cashmere aus der Inneren Mongolei wird auch dort produziert. Die Blusen, Kleider und Röcke werden in zwei zertifizierten Betrieben in Portugal gefertigt. Neu sind wunderbar kuschelige Alpaka-Mäntel. Das Material stammt aus Peru, gefertigt wird in Tschechien.

Was macht deinen Erfolg aus?

Erfolg ist ein großes Wort. Ich glaube, dass wir mit unserem Produkt angenommen werden, weil wir echt sind. Und möglicherweise, weil ich nicht gierig bin, sondern am glücklichsten, wenn eine schöne Kollektion geschaffen ist und unsere Kunden das honorieren. Und nicht zuletzt, weil ich bei Daddy’s Daughters machen darf, was mich neben meinem zweiten Hauptberuf als Modeagentur ausfüllt.

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