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Sportalm | Zeichen auf Wachstum

Sportalm | Zeichen auf Wachstum

Sportalm | Ulli Ehrlich | style in progress 1.20
Ulli Ehrlich will das große Potenzial von Sportalm ausschöpfen. Um das zu erreichen, hat sie ein schlagkräftiges Team zusammengestellt.

Text: Stephan Huber. Fotos: Sportalm

Ulli Ehrlich ist noch besser gelaunt, als man das von der Sportalm-Frontfrau ohnehin gewohnt ist. Es läuft beim Kitzbüheler Familienunternehmen. Und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von unternehmerischem Mut und Vertrauen in die eigene Zukunftsfähigkeit. Es ist ja nicht so, dass die Geschichte von Sportalm immer etwas für Schönwetterkapitäne gewesen wäre. Von ihrem Vater Willi 1989 schon sehr jung mit Anteilen und Verantwortung bedacht, musste sich Ehrlich in den folgenden Jahren Herausforderungen stellen, die weniger starke, in sich ruhende Charaktere wohl nicht nur einmal in die Knie gezwungen hätten. Die fünffache Mutter dagegen hat sich jeder dieser Herausforderungen gestellt und jede einzelne genützt, um daran zu wachsen.

Und Wachstum ist auch das erklärte Ziel. Ehrlich ist vom großen Potenzial der Marke fest überzeugt und entschlossen, dieses auch auszuschöpfen. Um das zu erreichen, wurden einige markante Weichenstellungen vorgenommen. First things first: Mit 2020 hat Ulli Ehrlich sämtliche Geschäftsanteile ihres Vaters und ihrer Schwester übernommen und führt Sportalm nun als alleinige Gesellschafterin. Ehrlich: „Das war nicht zuletzt auch emotional ein großer Schritt. Für meinen Vater war es immer wichtig, das Unternehmen in einem gesunden, tragfähigen Zustand zu übergeben. Also ist der Zeitpunkt perfekt.“ Einige wesentliche Investitionen, beispielsweise in das Headquarter in Kitzbühel, sind abgeschlossen, die hohe Eigenkapitalquote erlaubt auch für die kommenden Jahren, selbstbestimmt zu agieren.

Wichtig war für Ehrlich, zeitgemäße und effektive Entscheidungsstrukturen zu schaffen. „Mir ist völlig bewusst, dass wir uns in einem höchst kompetitiven, globalisierten Markt bewegen“, erklärt Ehrlich die Herausforderung. „Unser Business ist sehr komplex geworden. Wenn wir nachhaltig wachsen wollen, dann geht das nur mit einem starken Team, das gemeinsam alle erfolgsrelevanten Bereiche abdeckt.“

Kompetenz und Erfahrung

Auf diesem Weg ist schon einiges gelungen. Vor allem die Besetzung des neuen Beirats ist ein deutliches Signal. Neben Willi Ehrlich konnte dafür der ehemalige CEO von Marc O’Polo Alexander Gedat ebenso gewonnen werden wie Norbert Lock, der zwei Jahrzehnte die Erfolgsgeschichte von Marc Cain mitgeprägt hat, zuletzt als Geschäftsführer Gesamtvertrieb. Ulli Ehrlich: „Damit holen wir uns enorm viel Kompetenz und Erfahrung ins Unternehmen. Ich sehe es auch als Beweis für unser Potenzial, dass wir gleich zwei solche Kapazunder überzeugen konnten.“

Caterina Casciaro ist neue Head of Product. Als langjährige Head of Premium Products bei Alba Moda bringt sie wertvolles Markt-Know-how mit. Peter Kamuf verantwortet Einkauf und Logistik, der neue Vertriebschef Dirk Pracel bringt von Napapijri bzw. der VF Corporation Konzernerfahrung mit. Der Salzburger Karl Stefanitsch kümmert sich um die Finanzen.

Für Ulli Ehrlich bedeutet dieses starke Team, dass sie auch in ihrer Verantwortung als aktuell noch alleinige Geschäftsführerin für ihre wichtigste Rolle freigespielt ist: die Entwicklung von Vision und Strategie. „Wir erwirtschaften heute 60 Prozent unseres Umsatzes mit Fashion, 30 Prozent mit Skiwear. Und in diesen beiden Bereichen sehe ich auch große Chancen, wenn wir es richtig anpacken.“ Das bedeutet zum einen, die für Sportalm typischen modischen Highlights bewusst zu kultivieren, parallel aber stärker in Looks zu gehen und so weniger einzelteillastig zu werden. Auch die Anfangspreislagen werden neu sortiert. Worauf Sportalm dabei selbstbewusst setzen kann, ist ein außergewöhnlich gutes Standing bei der Zielgruppe. Ehrlich: „Dieses Vertrauen seitens der Kundinnen ist ein unschätzbares Privileg. Besonders schön war diese Erfahrung zuletzt bei unserer Bademode.“ Anfangs eher als Spleen der Chefin geduldet, war die kleine, feine Kollektion im Mai 2019 dann plötzlich die Nummer eins bei Breuninger. „Swimwear ist für Frauen ein sehr persönliches, eigentlich intimes Thema. Offensichtlich ist es uns gelungen, das sensibel, aber eben auch modisch umzusetzen.“

Eigene Stores werden behutsam ausgebaut. Es geht um den Standort, gegebenenfalls auch um den richtigen Partner wie in München. Dort eröffnet Lodenfrey gemeinsam mit Sportalm. In Salzburg folgt ein Flagshipstore in besonders prominenter Lage.

Der Premium- und Luxusmarkt steht im Fokus der Skiwear-Ambitionen. „Ein Blick auf die internationale Entwicklung des Skisports, sowohl hinsichtlich Quantität als auch der Erlebnisqualität stimmt mich für Sportalm Kitzbühel mehr als zuversichtlich“, so Ehrlich, wobei sie die Verwurzelung in einem der ikonischen Orte des Ski- und Wintersportzirkus mit einem selbstbewussten Lächeln betont. Ein erfolgreiches Sport-Pop-up mit KaDeWe in Berlin zeigt die Richtung an: Mit Ski will man auch die absolute Elite wie Net a Porter oder Matches Fashion überzeugen. Ulli Ehrlich: „Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt. Aber wir sind bestens aufgestellt, diese auch zu erreichen.“

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