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„Es ist weiterhin unsere Aufgabe, die Fair Fashion Branche mit dem Modehandel zusammen zu bringen“

„Es ist weiterhin unsere Aufgabe, die Fair Fashion Branche mit dem Modehandel zusammen zu bringen“

SIPON_Olaf Schmidt Messe Frankfurt
Die Messe Frankfurt ist der weltgrößte Messe-, Kongress- und Eventveranstalter. Die Modebranche kennt sie vor allem als Veranstalter der Neonyt in Berlin, der Heimtextil, Ambiente und Tendence. Außerdem gehören Textiltechnologiemessen wie Techtextil, Texprocess, Texworld und Intertextile zum Portfolio. Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies bei der Messe Frankfurt, hat mit style in progress anlässlich der Absage der Neonyt für Juli gesprochen.
Im Sommer keine Messe – das hat sich schon abgezeichnet. Wie kann Messe denn mit Abstands- und Hygieneregeln überhaupt aussehen?

Olaf Schmidt: „Wichtig wäre es zunächst mal, von der Bundesregierung eine Definition von Großveranstaltungen zu erhalten. Vor allem, ob darunter grundsätzlich jede Fachbesuchermesse fällt und wenn ja, in welcher Form. Auf der Basis kann dann das Messekonzept angepasst werden, bspw. durch breitere Gänge, Mindest- und Maximalgrößen von Messeständen, eine Maximalbelegung von Messehallen und Messeständen, die Einführung einer Maskenpflicht oder Desinfektionsstellen z.B. alle 25 Meter. Und dann müsste man natürlich einen Code of Conduct definieren, an den sich alle zu halten haben. Eine Orientierung an dem, was wir momentan schon tagtäglich einüben.“

Die erfolgreiche Neonyt war ein Zeichen voll Hoffnung. Werdet ihr die Neonyt-Aussteller unterstützen, auch ohne Messe im Juli Kontakt zu den Einkäufern zu finden?

„Unsere originäre Aufgabe als Messeveranstalter ist das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage, heutzutage ergänzt um Austausch-, Informations- und Inspirationsformate. Die Neonyt versteht sich als Communityplattform, von der alle Marktteilnehmer bestmöglich profitieren sollen. Also sehen wir es auch weiterhin als unsere Aufgabe, die Fair Fashion Branche mit dem Modehandel zusammenzubringen.“

Ihr arbeitet mit Hochdruck an virtuellen Konzepten, welcher Aspekt muss Ihrer Meinung nach immer physisch bleiben?

„Aus unserer Sicht ist die geschäftliche Begegnung persönlich, von Angesicht zu Angesicht, am erfolgreichsten. Menschen brauchen den persönlichen Austausch. Nur so baut sich Vertrauen, Empathie, ein Miteinander auf. Langfristig und nachhaltig. Deshalb sind Messen ja bereits seit Jahrhunderten das erfolgreichste Marketingtool überhaupt. Aber solange ein persönlicher Austausch nur sehr eingeschränkt möglich ist, müssen wir virtuelle Formate definieren, die diese Zeit des Social Distancing überbrücken. Und dafür müssen wir den Austausch vom persönlichen ins virtuelle bestmöglich, intuitiv und einfach zugänglich übertragen.“

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