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Ein völlig autarker Weg | Mick’s / Hannover

Ein völlig autarker Weg | Mick’s / Hannover

„Ich glaube, es gibt Unternehmenstypen und Unternehmertypen – ich bin definitiv zweites“, beschreibt sich Mick Möller selbst. Das Etikett Sohn wird er bei dem Renommee des Ladens der Eltern nicht einfach los, das war dem Nagold-Absolventen klar.

Ein Jahr bei Lodenfrey in München, „wo ich sehr viel gelernt habe“, dann zog es den 24-Jährigen in die Heimat zurück. Als Nachmieter des Hermès-Ladens hat er sein eigenes Konzept geschmiedet, das eine neue Generation ansprechen soll. „Unsere Kunden sind aus meiner Generation bis Ende 50, privat oder beruflich viel unterwegs und von Qualität fasziniert. Labels sind für sie nicht so wichtig wie die Individualität und Glaubwürdigkeit.“ Das trifft den Charakter des Inhabers perfekt, der intensiv scoutet und manche seiner Marken sogar exklusiv in Deutschland führt. „Es sind Newcomer, Underdogs.“ Große Marken? Absage. „Wir führen wenig Streetwear und haben zum Beispiel keine Sneaker im Angebot. Wenn unser Kunde Sneaker will, will er auch komplett in die Welt dieser Marke abtauchen, das ist ein völlig anderer Anspruch als an uns.“ Denn bei Mick’s fesselt der Austausch auf Augenhöhe. Fachsimpeln können, immer neue Details entdecken, gemeinsam mit Mick Möller und seinen zwei Verkäufern Geheimnisse entdecken. „Wir haben die Welt von Tokio bis London auf dem Bildschirm unseres Smartphones und können theoretisch immer und überall kaufen. Aber der Mensch ist ein soziales Wesen und wenn wir als Händler seine Sehnsüchte bedienen, sind wir die erste Anlaufstelle.“

Die Jungen tragen nur Streetwear? Da beweist Mick Möller das komplette Gegenteil: Erlesene Marken, Ikonen der Konfektion und Sartoria. Aber modern eben.

Breite und Tiefe

„Wir müssen Profil haben und eine Art sich zu kleiden vermitteln“, ist sich Mick Möller sicher. Spannend ist, welche Schlüsse er daraus für seine Einkaufspolitik zieht. „Ich bin kein Markensammler. Wir arbeiten mit einem halben Dutzend Lieferanten, die echte Könner sind. Daher müssen wir auch genau das auspacken, was diese Marken drauf haben. Dann aber braucht es Tiefe. Sortimente, die alles nur anreißen, weil sie alles und jeden bedienen wollen, sind völlig austauschbar und dieser Typ von Laden wird auch aussterben.“ Ein passendes Beispiel ist Sartorio, die Tochterfirma von Kiton – übrigens eine der Hauptmarken des Ladens seines Vaters. „Auch bei Kiton geht die junge Generation ihren eigenen Weg. Das ist eine schöne Parallele.“

www.micks-hannover.de

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