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Regina Turbina/Replicant.Fashion | Künstliche Intelligenz macht Mode

Regina Turbina/Replicant.Fashion | Künstliche Intelligenz macht Mode

In Russland war sie die Erste, die ein digitales Kleidungsstück real verkaufte. Als Regina Turbina 2019 mit ihrem Onlinestore für Virtual Fashion startete, konnte sie es selbst kaum glauben, wie schnell die Nachfrage stieg.

Text: Isabel Faiss. Fotos: Replicant.Fashion

Gerade designte Regina Turbina eine Virtual-Fashion-Kollektion, indem sie mithilfe künstlicher Intelligenz neuronale Netzwerke in Mode übersetzte. Mit Replicant.Fashion zeigt sie, dass grenzenlose Kreativität losgelöst von den Gesetzen der Physik einen Business Case ergeben, den bis jetzt nur wenige auf dem Schirm haben.

Regina, wie kann verkauft man eigentlich Mode, die es physisch nicht gibt?

Ich verstehe digitale und physische Mode als Einheit. Als ich als erste Designerin in Russland 2019 ein virtuelles Design verkaufte, bekam ich durch die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit plötzlich so viele Aufträge, dass es Sinn machte, den Replicant.Fashion-Onlinestore als Plattform für die Community für Virtual Fashion zu launchen. Anfangs haben wir physische Kollektionen von Marken wie Akoa oder Yuliya Yefimtchuk ins Digitale übersetzt und verkauft, später kamen die rein digitalen hinzu. Momentan verkaufen wir zwei Varianten, die digitale und auf Bestellung auch eine physisch produzierte personalisierte Variante des Designs. Das ist ein Geschäftsmodell, an dem auch andere wie The Farbicant, Carlings oder Tribute Brand arbeiten. Dress-X-Marketplace eröffnete ein paar Monate nach uns. Das lässt uns hoffen, dass der Markt schnell wächst.

Regina Turbina hat eine Vision: Der nächste große Schritt der Digital Fashion wird auf Augmented Reality basieren – einer neuen Realitätsstufe, die ihrer Meinung nach in fünf bis zehn Jahren kommerziell etabliert sein wird. Hier trägt sie Virtual Fashion auf Basis von künstlicher Intelligenz neuronal designt.

Mit Replicant.Fashion sind Sie gleichzeitig auch Kurator digitaler Mode?

Ja. Ein gutes Beispiel ist der Contemporary Designer Passgoaltriple. Er hatte immer schon eine einzigartige Vision von Mode und eine eigene Bildsprache. Über Replicant.Fashion kann er diese jetzt mit einem breiten Publikum teilen, ist völlig frei in der Gestaltung und verkauft digitale Mode.

Sie kooperieren auch mit Marken wie Puma. Was hat es damit auf sich?

Es ist so wichtig, dass große Marken Ditigal Fashion als Thema begreifen und ihre Möglichkeiten promoten. Wir haben gemeinsam die erste digitale Puma-Kollektion entwickelt, die nicht nur Influencern zur Verfügung gestellt, sondern bei einem Live-Event präsentiert wurde und anschließend online zu kaufen war. Die Kollektion hieß Unitgravity und die Reaktionen der Kunden, die sie virtuell anprobierten, war fantastisch. Momentan ist die Kollektion bei uns ausverkauft, aber wir hoffen auf eine weitere limitierte Drop-Kollektion.

www.replicant.fashion

Die Kooperation mit Puma für die Kollektion Unitgravity war im Onlinestore schnell ausverkauft.

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